Neuorientierung nach zehn Jahren

RAPERSWILEN ⋅ Willi Hartmann gibt sein Amt als Gemeindepräsident per Ende der Legislatur ab. Der 53-Jährige liebäugelt mit einem Wechsel in eine grössere Gemeinde mit einem 100-Prozent-Pensum.
16. April 2018, 06:30
Nicole D’Orazio

Nicole D’Orazio

nicole.dorazio@thurgauerzeitung.ch

Die Doppelbelastung wird ihm langsam zu viel. Willi Hartmann ist Gemeindepräsident von Raperswilen mit einem 30 Prozent-Pensum und leitet zusätzlich seine Immobilienfirma mit Sitz in Frauenfeld. «Der Spagat, um die beiden beruflichen Aufgaben unter einen Hut zu bringen, ist immer schwieriger geworden», sagt er. «Ich habe deswegen entschieden, mich auf eine zu konzentrieren. Zu hundert Prozent.» Er habe an der Gemeinderatssitzung am 5. April seinen Rücktritt per Ende Mai 2019 eingereicht, also per Ende der laufenden Legislatur. «Ich habe mich immer zu hundert Prozent mit der Gemeinde identifiziert und mich den Aufgaben mit viel Herzblut gewidmet. Nun ist es aber Zeit für etwas Neues.»

In letzter Zeit hegt der 53-Jährige vermehrt den Wunsch, weiterhin in der Politik zu bleiben, und die Geschicke einer grösseren Gemeinde mit einem 100-Prozent-Pensum zu leiten. «Ich lese immer wieder von Rücktritten von Kollegen. Da öffnen sich natürlich neue Chancen.» Er werde sich wahrscheinlich bei zwei bis drei Gemeinden bewerben. «Wo kann ich aber noch nicht sagen.» Der Zeitpunkt sei jetzt ideal, da er so an einem neuen Ort zwei bis drei Legislaturen machen könnte.

Raperswilen steht sehr solide da

Hartmann führt Raperswilen seit 2009, als er die Nachfolge von Roland Fröhlich antrat. 2012 trat er der SVP bei, obwohl er sich auch der FDP nahe fühlt. «Ich bezeichne mich als freisinnigen SVP-Mann», sagt er und schmunzelt. In der kleinen Landgemeinde auf dem Seerücken ist er neben dem Präsidium auch für das Bauamt und die Wasserversorgung zuständig. «Die Gemeinde ist gut aufgestellt. Gerade konnten wir die Steuern senken, was ein Zeichen dafür ist», meint er. Man habe kaum Schulden und kaum Sozialfälle. «In so einer kleinen Gemeinde steht und fällt alles mit dem Gemeinderat und dem Verwaltungspersonal.» Die Dörfer würden langsam wachsen, obwohl viel Bauland in Privatbesitz sei. «Projekte für die nahe Zukunft sind die Freileitungen von Fischbach nach Helsighausen sowie von Raperswilen nach Müllberg.» In Helsighausen müsse die Lindenstrasse saniert werden.

Neben Hartmann treten auf Ende der Amtszeit die Gemeinderäte Hanspeter Kämpf und Kurt Gremlich zurück. Hartmann hat schon mögliche Kandidaten im Kopf und wird das Gespräch suchen. «Natürlich dürfen sich Interessierte bei mir melden.» Er ist zuversichtlich, einen guten Nachfolger oder eine Nachfolgerin zu finden. Wahltermin ist der 10. Februar 2019, der zweite Wahlgang wäre am 17. März 2019.


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