Der Beste spuckt über 18 Meter

SALENSTEIN ⋅ Das sechste Chriesifäscht zieht mit der Chriesistei-Spuckmeisterschaft sowie einem attraktiven Rahmenprogramm immer mehr Besucher aus der Region an. Höhepunkt war ein Rekord.
17. Juli 2017, 07:17
Desirée Müller

Desirée Müller

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

«Ich wollte einmal im Leben im Rampenlicht stehen. Und jetzt habe ich es geschafft.» Jris Spada lacht und schaut ihren Mann Mirko auffordernd an. Der Leiter der Nationalen Elitesportschule Thurgau wurde letztes Jahr als Chriesistei-Spuck-Champion gefeiert. Dieses Jahr reichte es nicht einmal fürs Finale. Dafür stand seine Frau auf dem Podest. «Mein Ziel ist es, dass jedes Jahr ein Familienmitglied in einer Kategorie gewinnt», erzählt Mirko Spada augenzwinkernd und zeigt auf den grossen Geschenkkorb. Für das kommende Jahr wolle er dazu eine neue Technik ausprobieren: «Ich versuche, meine Zunge als Spuckrohr einzusetzen.»

Über 18 Meter – nämlich 18,33 m – spuckte Kilian Studer seinen Chriesistei und holte sich nicht nur den Sieg, sondern brach den Ostschweizer-Rekord. «Es waren die ersten Chriesi, die ich dieses Jahr gegessen habe», erzählt der bescheidene Sieger. ­Geübt habe er demnach kein einziges Mal. Der Entscheid für die Teilnahme sei spontan bei einer Feuerwehrübung am Vortag gefallen. Der 32-Jährige aus Bürglen ist überzeugt: «Ich hatte einfach nur Glück.»

Das sechste Chriesifäscht zog mit der Chriesistei-Spuckmeisterschaft viele Besucher aus der Region an. Der beste Chriesistei-Spucker brachte es auf über 18 Meter - neuer Rekord. (Bilder: Andrea Stalder)

Manche Teilnehmer nehmen mehrere Anläufe

Über 300 Besucher nahmen an der Ostschweizer Chriesistei-Spuckmeisterschaft teil. Jährlich steigt die Zahl der Anmeldungen. Es sind auch immer ganz ehrgeizige Teilnehmer dabei. «Manche wollen dreimal antreten, um ihr Resultat zu verbessern», erzählt der Bau-Chef des Fests, Kurt Meier. Beim Chriesifäscht in Salenstein gehe es aber nicht nur um den Wettkampf. «Es ist ein grosses Dorffest, bei dem wir lokalen und regionalen Handwerksbetrieben sowie Bauern die Möglichkeit geben, ihre Produkte zu zeigen», sagt Meier. Von alleine gebe es aber kaum Anmeldungen. «Wir fragen jeweils spannende Betriebe an. Dieses Jahr konnten wir wieder einen Steinhauer gewinnen sowie einen Holzschnitzkünstler mit einer Live-Präsentation», erzählt OK-Mitglied Walter Klay. In einem Halbkreis aufgebaut stehen die knapp zehn Verkaufsstände. Es wird vieles angeboten: Von selbst gemachten Taschen ­ zu lustigen Unterhosen bis zu fleischfressenden Pflanzen und natürlich Chriesi. Die Betreiber gaben sich sichtlich grosse Mühe, ihre Produkte einladend zu präsentieren.

Idealer Familienausflug nach Salenstein

Auf der anderen Seite der Mehrzweckanlage heizen die «Musikapostel» auf der Bühne so richtig ein. Auf dem Grill brutzeln Würste und Steaks. Daneben köchelt in einem riesigen Wok ein asiatisches Gericht vor sich hin. Die Landfrauen haben sich zudem mit dem Kuchenbuffet selbst übertroffen. Besucherin Anna Dähler ist begeistert. Sie sitzt auf der Terrasse und schaut ihren Kindern beim Spielen zu. Für Familien mit kleinen Kindern sei die Veranstaltung optimal. «Ich kann die Kleinen unbesorgt auf der Wiese herumspringen lassen und habe von hier aus den perfekten Überblick. Dazu kann ich die Musik geniessen und das feine Essen», erzählt die 32-jährige Mutter aus Tägerwilen. Marc Singer ging in Fruthwilen zur Schule. Seit Anbeginn des Chriesifäschts ist er mit dabei. «Ich treffe viele ehemalige Schulkollegen», erzählt er. Die strahlenden Gesichter der Besucher ist für die Veranstalter Grund genug: «Auch 2018 gibt es das Chriesifäscht», versprechen sie.


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