Schöner Velo fahren

ABSCHNITTE, WO SICH VELOFAHRER UNSICHER FÜHLEN ⋅ Eine Gruppe von Pro Velo Thurgau hat einige Schwachstellen im städtischen Verkehrsnetz ausgemacht. Der Verband benennt die Gefahrenpunkte für Radfahrer.
23. Februar 2017, 05:38
Urs Brüschweiler

Urs Brüschweiler

urs.brueschweiler

@thurgauerzeitung.ch

Die Radfahrer sind grundsätzlich gut auf Kreuzlingen zu sprechen. «Es ist die velofreundlichste Stadt im Kanton», sagt Eddie Kessler, Vorstandsmitglied bei Pro Velo Thurgau. Mit 13 Prozent Anteil an Velofahrern liege die Grenzstadt schweizweit mit an der Spitze. Das liege nicht zuletzt auch am Einfluss von Konstanz, das als eigentliche Velostadt gilt. Ein Lob von Kessler geht auch an die Verkehrsverantwortlichen in der Kreuzlinger Politik und in der Bauverwaltung. «Wir fühlen uns sehr ernst genommen mit unseren Anliegen und die Stadt hat ein klares Konzept.» Nichtsdestotrotz gebe es auch in Kreuzlingen noch einiges zu verbessern.

Pro Velo hat im letzten Jahr begonnen, regionale Gruppen sogenannter Velogardes zu gründen, um als Velo-Lobby vertieften Einblick in die Verkehrslage zu erhalten. Sechs Mitglieder seien derzeit für Kreuzlingen in einer Gruppe. Diese hätten sich getroffen und ausgelotet, an welchen Stellen das Velofahren in der Stadt noch angenehmer werden könnte und wo sich Schwachstellen befinden. In einer Medienmitteilung hat der Verband nun sechs Strassenabschnitte in Kreuzlingen benannt, welche ihre Mitglieder als zu unsicher für Velofahrende einstufen:

– Auf dem Zweiweg-Radweg vor dem Stadtbahnhof bis hinauf zur Gutenbergstrasse entstehen Konflikte mit Fussgängern und parkierten Autos.

– Selbes Problem mit der Vorbeifahrt an parkierten Autos macht man auch auf dem unteren Teil der Hauptstrasse vom Helvetia-Platz zum Hauptzoll aus.

– Auch auf der Seestrasse kommen sich Velofahrer oft mit Fussgängern, parkenden sowie fahrenden Auto ins Gehege.

– Bei der Einfahrt in den Kreisel am Hafenbahnhof werden Velofahrer schlecht gesehen.

– Das gleiche Problem besteht beim Kreisverkehr Bahnhofstrasse/Konstanzerstrasse.

– Beim Ziil-Kreisel kommt es zu gefährlichen Kreuzungen zwischen dem Veloweg und der Fahrbahn für die Autos.

Pro Velo sei sich bewusst, dass Verbesserungen der Punkte bereits im Langsamverkehrsprogramm oder im Agglomerationsprogramm erfasst wurden und Lösungen teilweise bereits in Arbeit seien, sagt Eddie Kessler. Pro Velo stelle mit der Liste auch keine expliziten Forderungen. Sie sei als Empfehlung gedacht. Der Verband biete sich jedoch an, bei der Lösungssuche mitzuwirken.

Konkrete Vorschläge und Anregungen

Die Velogardes haben zusätzlich einige Ideen angeführt, wie das Velofahren in der Stadt angenehmer zu gestalten wäre. Sie wünschen sich etwa, dass die Verbindung von der Chalchthore­strasse ins Weideliguet für Velos offen bleibt. Einige Absätze auf dem Boulevard seien zu schräg und sollten verbessert werden. Ebenso wie die unattraktive Velodurchfahrt am Hauptzoll. Im Seeburgpark wünschen sich die Velofahrer einen geteerten Radweg und an der Seestrasse eine bessere Signalisation. Die Fussgängerbrücke über die Gleise an der Freiestrasse sei derzeit den Fussgängern vorbehalten. Bessere ­Veloabstellplätze wünscht man sich bei der Landi, bei den Bahnhöfen Hafen und Bernrain sowie beim Ceha, wo die vor-handenen heute oft überbelegt seien.


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