Jugend soll nicht im Regen stehen

LENGWIL ⋅ Die Vorsteherschaft der Evangelischen Kirchgemeinde hat am Freitagabend eine Infoveranstaltung über ein neues Jugendhaus durchgeführt. Eine mögliche Variante ist ein Container.

20. März 2017, 07:42
Barbara Hettich

Barbara Hettich

kreuzlingen

@thurgauerzeitung.ch

Die Evangelische Kirchgemeinde Lengwil kümmert sich um die Jugend im Dorf – seit 1992 mit aktiver und erfolgreicher Jugendarbeit. Die Schule hatte damals der Kirchgemeinde einen Raum in der alten Turnhalle für die Jugendarbeit überlassen, seit dem Umbau der Turnhalle steht dieser aber nicht mehr zur Verfügung. Das seit 2014 bestehende Provisorium im Kirchgemeindehaus sei nicht optimal, sagt Daniel Tschannen, er ist in der Kirchenvorsteherschaft für die Liegenschaften zuständig.

Seit vergangenem Jahr sucht die Vorsteherschaft deshalb nach Alternativlösungen. An der Informationsveranstaltung am Freitagabend stellte Tschannen den gerade einmal zehn interessierten Kirchbürgern das Projekt Jugendhaus vor, respektive den Stand der aktuellen Abklärungen. Die Zivilschutzanlagen der Gemeinde seien bei den Jugendlichen auf wenig Begeisterung gestossen, zudem fehlen Tageslicht, Heizung und Fluchtwege. Auch die Räume im Feuerwehrdepot würden nicht zur Verfügung stehen, nach Auskunft des Gemeindepräsidenten seien beide unbefristet vermietet.

Kosten von rund einer Viertelmillion Franken

Um die Jugend nicht im Regen stehen zu lassen – sie seien schliesslich die Zukunft der Gemeinde – hat sich Daniel Tschannen mit der Variante «Container» näher auseinandergesetzt. An der Infoveranstaltung präsentierte er ein Modell mit Baukostenschätzung. Ein Holzelementbau mit Giebeldach in der Grösse von 6 x 12 Metern, kleiner Einbauküche, Bad und Technikraum würde rund 260000 Franken kosten, ein reiner Containerbau 160000 Franken. Möglicher Standort wäre auf der Wiese zwischen Kirche und Pfarrhaus.

In der anschliessenden Diskussion wurde der grundsätzliche Bedarf nach einem Raum für die Jugend nicht in Frage gestellt. Thema hingegen war die Finanzierbarkeit, zumal die Kirchenvorsteherschaft für das kommende Jahr ohne grosse Investitionen bereits ein Defizit budgetiere. Daniel Tschannen zeichnete die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie Geld für ein Jugendhaus zusammenkommen könnte: mitAABB22Spenden, Gönnerbeiträgen, Crowdfunding oder Privat- und Bankdarlehen.

Forderung an die Politische Gemeinde

Die Jugendarbeit sei nicht alleine Sache der Kirchgemeinde, sagte ein Veranstaltungsteilnehmer. Auch die Politische Gemeinde habe eine Verantwortung und sollte dementsprechend handeln, respektive einem der Mieter der Räume im Feuerwehrdepot kündigen, forderte er.

Wie es mit der Jugendarbeit und einem allfälligen Jugendhaus in Lengwil weitergeht, entscheidet sich an der Kirchgemeindeversammlung. Diese findet am kommenden Dienstag statt.


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