Im Busch bauen sie eine Schule

TÄGERWILEN ⋅ Der Verein Des sourires pour le Togo leistet im westafrikanischen Land Entwicklungshilfe. Auf der Projektreise im Juli haben die Mitglieder verschiedene Vorhaben initiiert. Präsident Yanek Schiavone aus Tägerwilen ist stolz.
23. August 2016, 07:26
NICOLE D'ORAZIO

TÄGERWILEN. Er hat schon wieder Fernweh. Yanek Schiavone hat seine Sommerferien in Togo verbracht und würde am liebsten gleich zurück nach Afrika. Er ist der Gründer des Vereins und Hilfswerks Des sourires pour le Togo. Er war in den letzten drei Jahren schon viermal im Land am Golf von Guinea. Insgesamt sieben Monate hat er dort verbracht. Nun ist er zusammen mit acht Vereinsmitgliedern und Freiwilligen auf Projektreise gewesen. «Wir konnten alle unsere geplanten Projekte realisieren. Das ist super», sagt der 29jährige Tägerwiler.

In einem abgelegenen Dorf im Norden Togos realisiert der Verein zusammen mit Cambiela, einem Studentenverein aus Chur, das bisher grösste Projekt: Eine Schule für 300 Kinder und Jugendliche. Diese kostet rund 30 000 Franken. «Die Kinder müssen derzeit jeweils neun Kilometer zur Schule zurücklegen. Wir fanden das daher ein gutes Projekt», erzählt Schiavone.

Über Projekte abgestimmt

Der Verein ist in Togo mittlerweile als NGO eingetragen und erhält immer wieder Projektideen. «Wir stimmen an der GV ab, was wir umsetzen wollen», erklärt der Vereinspräsident. Wichtig sei dabei immer das Motto «Hilfe zur Selbsthilfe». «Die Menschen in den Dörfern müssen selber mithelfen und sich auch nach der Realisierung eines Projektes engagieren. Sonst geht das nicht.»

Für die Schule habe man im Juli den Grundstein gelegt. «Das war eine grosse Feier, bei der das ganze Dorf mit dabei war», sagt Schiavone. Dabei seien die Freiwilligen von der Presse begleitet worden und kamen im nationalen Fernsehen. Der Verein hat eine Baufirma mit den Arbeiten beauftragt. Die nötigen Ziegelsteine werden vor Ort hergestellt. «Mittlerweile steht der Rohbau.» Nächsten Sommer werde der Verein bei der Einweihung wieder mit dabei sein. «Die Baufortschritte werden wie alle anderen Projekte auch von unserem Mann vor Ort, einem Einheimischen, regelmässig kontrolliert. Wir überweisen das Geld auch nur häppchenweise, je nach Fortschritt.»

Jedes Jahr ein Brunnen

Der Verein besucht seine Projekte regelmässig. Immer wieder werden Schul- und Fussballmaterial verteilt. Letztes Jahr wurde zum Beispiel einem Mädchenheim ein Hühnerstall gebaut. Mit dem Verkauf der Eier kann sich dieses nun teilweise selber finanzieren. «Dieses Jahr haben wir mit den Mädchen Workshops gemacht. Dabei behandeln wir Themen wie Hygiene oder HIV», erklärt Schiavone. Der Verein baut auch jedes Jahr in einem Dorf einen Brunnen. «Wir waren heuer die ersten Weissen dort. Das war eindrücklich.»


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