Akrobatik mit Köpfchen

KREUZLINGEN ⋅ Die Thurgauer Akrobatikgruppe Triangel stellte vergangenen Freitagabend geladenen Gästen ihre neue Show «Stadt und Land» im Dreispitz vor. Die Premiere begeisterte die 250 Zuschauer.
03. Januar 2017, 07:59
Desirée Müller

Desirée Müller

kreuzlingen@thurgauerzeitung.ch

Anspannung hinter der Bühne. Roman Steuble stülpt sich mit Tattoos bedruckte Stoffärmel über seine beiden Arme und tauscht seine Trainingssachen gegen ein schwarzes Shirt, Rockermütze und Weste. Seine 20AABB22Jahre jüngere Kollegin Sara Forster steht vor dem Spiegel und begutachtet zufrieden ihre knallroten Lippen. «So, los geht’s», animiert Andi Koller die beiden und nickt mit dem Kopf zum Bühneneingang. «Wir sind sehr nervös», verrät Sara auf den letzten Metern auf dem Weg zur Bühne. Auf die drei und vor allem auf ihr neues Programm warten rund 250 Menschen im Saal.

Koller, Forster und Steuble bleiben noch hinter der Bühne, während Lilli Stuhlmann die Besucher mit ihrer selbst geschriebenen Ballade am Flügel auf den Abend einstimmt. Die Gäste geniessen die kraftvolle Stimme der 20-jährigen PMS-Schülerin. Die letzten Töne von Lillis Song erklingen, dann öffnet sich der samtige Vorhang für das Akrobatik-Trio. Der Applaus und die Jubelrufe sind ohrenbetäubend. Rockige Musik beginnt, Nebel legt sich auf die blau und violett beleuchtete Bühne. Die rockigen Klänge kommen bekannt vor, auch das aus Metall geschmiedete Motorrad, das für spektakuläre akrobatische Formationen dient, ist nicht neu. «Wir beginnen mit unserer bekannten Rocker-Show, um uns einzuwärmen und die Nerven zu beruhigen», erklärt Sara Forster. Nach acht Minuten ist das Spektakel vorbei, sie verbeugen sich sichtlich entspannter und der Vorhang schliesst sich.

Eine menschliche Flagge an der Strassenlampe

Lilli Stuhlmann unterhält die Gäste mit weiteren Stücken, während Koller, Forster und Steuble die Requisiten für das neue Programm auf die Bühne hieven. Als sich der Vorhang wieder öffnet, blicken die Zuschauer auf eine Strassenlampe und eine hölzerne Sitzbank. Andi und Roman sitzen im Appenzeller-Hemd mit einer Ausgabe der «Tierwelt» auf der Bank und würdigen Sara keines Blickes, die mit geschmeidigen Bewegungen die Strassenlaterne kurzum als Poledance-Stange benützt. Erst als sie die beiden Männer umgarnt, stehen sie auf und wirbeln sie durch die Luft, stemmen sie mit nur einer Hand in die Höhe, und Steuble wagt sich sogar an die Stange und begeistert das Publikum als menschliche Flagge. Während der ganzen Show klatscht das Publikum begeistert zur Musik.

Männer setzen auf Tradition, die Frau bringt Neues

«Das Motto Stadt und Land passt perfekt zu dem Trio», findet Fritz Weigle nach der Premiere. «Die Jungs sind traditionell», weiss ihr ehemaliger Kunstturntrainer. «Und Sara liebt alles Neue und Urbane», ergänzt Weigles Frau Gitta. Dustin sucht währenddessen nach seinem Götti, Andi Koller. «Ich bin sehr stolz auf ihn. Er hat mich früher schon gerne hochgestemmt», erinnert sich der Teenager. Sara Forster mischt sich unter die Apéro-Gesellschaft, lässt sich umarmen und geniesst die Glückwünsche. «Ich bin froh, dass alles gut gelaufen ist. Die Reaktionen des Publikums motivieren uns unglaublich», sagt die 25-jährige Sekundarschullehrerin.


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