Abenteuer in der Zirkuswelt

Mit dem Circus Knie ist Bianca Binder als Assistentin der Medienstelle auf Schweizer Tournée. Die 24jährige Tägerwilerin ist neu in der «Knie»-Familie. Dass der Tross derzeit in Kreuzlingen halt macht, freut sie besonders.
27. März 2012, 01:06
NICOLE D'ORAZIO

KREUZLINGEN. Es wird gehämmert, zwei bis drei Traktoren fahren mit Anhängern umher und Männer eilen einander zu Hilfe. Sie ziehen an Leinen des Zeltes, hauen Pflöcke in den Boden oder schliessen Schläuche und Strom an. Der Kreuzlinger Hafenareal ist am gestrigen Morgen nicht wieder zu erkennen. Wo sonst Autos parkieren, steht das Zelt des Circus Knie, daneben der Zoo. Rund herum stehen Wohnwagen. Mitten drin schaut Bianca Binder den Aufbauarbeiten fasziniert zu. Für sie ist alles noch neu. Sie ist zum ersten Mal mit auf Tournée.

«Bis mein Bürowagen bereit ist, kann ich zuschauen», sagt sie. Die Tägerwilerin arbeitet seit Anfang Februar beim «Knie» als Assistentin der Medienstelle. Nach den vielen Vorbereitungen war letzte Woche Premiere und die grosse Reise durch die Schweiz ist angebrochen. Die Stimmung unter den Zirkusleuten ist gut. Man kennt sich langsam, man grüsst sich – trotz gewisser Sprachbarrieren. Die Crew und die Artisten kommen unter anderem aus Polen, Marokko oder der Ukraine.

Schnell Kontakte geknüpft

«Die Leute sind total nett und haben mich schnell in ihrer Runde aufgenommen», erzählt die 24-Jährige. Im Winterquartier in Rapperswil habe sie in einer WG gelebt und mit den Büro-Kolleginnen rasch Kontakt geknüpft. «Nun sind es viel mehr Leute, doch alle sind offen und neugierig.»

Neugierig ist auch die Tägerwilerin. «Ich wollte mich beruflich verändern und einer Arbeit nachgehen, bei der ich Fremdsprachen benötigen und reisen kann», erzählt sie. Als sie das Stelleninserat des Zirkus gesehen habe, hätte es sie gepackt.

Wohnen im eigenen Abteil

Dass der «Knie» zu Beginn der Tournée in Kreuzlingen halt macht, freut Bianca Binder besonders. «Ich konnte zu Hause schlafen, und meine Eltern und Freunde können sich alles ansehen», erzählt sie. Danach heisse es für sie wieder, in ihrem eigenen Abteil im Mannschaftswagen Nummer 62 zu hausen. Die Trailer mit den Wohnnischen stehen auf dem Hafenplatz eng beieinander. Privatsphäre gibt es wenig.

«Ich finde mein Abteil gemütlich und schlafe gut», sagt sie. «Zum Glück bin ich nicht so gross.» Sie sei gespannt, wie die Tournée für sie verlaufen wird. «Ich sehe es als Abenteuer und lasse alles auf mich zukommen. Der Zirkus ist eine Welt für sich.»


Leserkommentare

Anzeige: