Tagblatt Online, 06. Dezember 2011 10:21:49
Gemeindeverband sucht Leitung
Roland Kuttruff (Bild: Nana do Carmo)
Im Verband Thurgauer Gemeinden kommt es zu einer Doppelvakanz: Präsident Roland Kuttruff tritt zurück und Geschäftsleiter Reto Marty hat gekündigt.
CHRISTOF WIDMER
FRAUENFELD. «Ich musste die Notbremse ziehen», sagt Roland Kuttruff. Der Präsident des Verbands Thurgauer Gemeinden (VTG) tritt auf April 2012 zurück, wie gestern bekanntgeworden ist. Die Arbeit im VTG gefalle ihm, sagt Kuttruff. Die zeitliche Belastung habe aber zugenommen. Der Stellenwert des VTG sei gestiegen. Der Verband werde vom Kanton als wichtiger Partner wahrgenommen und frühzeitig in Entscheide einbezogen. Das Präsidium mache inzwischen ein 20-Prozent-Pensum aus.
Das ist zu viel für Kuttruff, der auch Gemeindammann von Tobel-Tägerschen und Kantonsrat ist. Ein Versuch, ihn als Gemeindeammann zu entlasten, ist zudem gescheitert.
Schlagkräftiger Verband
Gerade weil gemeindeinterne Konstellationen beim Rücktritt eine Rolle spielten, ist Kuttruff überzeugt, dass ein Nachfolger unter den 79 Gemeindeammann-Kolleginnen und -Kollegen gefunden werden kann. Der VTG-Präsident muss nämlich ein Gemeindeammann sein. Im VTG sind seit 2004 das Verwaltungspersonal der Gemeinden und die gewählten Behördemitglieder zusammengeschlossen. Das gebe der Interessenvertretung der Gemeinden Durchsetzungskraft, sagt Kuttruff, der seit 2006 Präsident ist und die Gemeindeautonomie hochhält. Er habe darauf hingearbeitet, dass der VTG vom Kanton als Partner ernst genommen werde.
Die verbandsinterne Meinungsbildung sei nicht immer einfach, räumt Kuttruff ein. Dies, weil die verschiedenen Gemeinden nicht immer dieselben Interessen hätten. Man habe aber stets gute Lösungen finden können.
Der VTG ist in einem breiten Themenfeld aktiv, das von der Umsetzung des Finanzausgleichs zwischen Bund und Kantonen, über E-Gouvernement bis hin zur Frage reicht, ob Gemeinden Identitätskarten ausgeben dürfen.
Zufällige Doppelvakanz
Ebenfalls den Verband verlassen wird Geschäftsführer Reto Marty, der im Juni die Stelle des Gemeindeschreibers von Weinfelden antritt. Er hatte die Geschäftsstelle 2004 übernommen. Die Doppelvakanz habe sich zufällig ergeben, halten Marty und Kuttruff in der Mittelung fest. Sie wollen sie ausdrücklich nicht als Zeichen für Unstimmigkeiten im Verband verstanden wissen.
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