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Thurgauer Zeitung, 27. Juni 2011, 12:04 Uhr

Caritas Thurgau in finanzieller Not

Dem Verein Esra konnte die Caritas Thurgau noch aus der Patsche helfen. Dann geriet sie aber selber in finanzielle Not und musste sogar Stellenprozente streichen.

marina winder

ermatingen. Die Caritas Thurgau und der Verein Esra haben ein schwieriges Jahr hinter sich. Zum Verein Esra gehören drei Arbeitsintegrationsprogramme und zwei Sozialfirmen. Sie dienen dazu, dass erwerbslose und ausgesteuerte Menschen Arbeit und Unterstützung auf dem Weg zurück in den normalen Arbeitsmarkt finden. Das Angebot entstand aus der Caritas heraus, der Verein wird aber selbständig geführt.

Ein Problem der Caritas Schweiz

Im letzten Jahr geriet die Caritas Thurgau ins Schleudern: Sie fuhr einen Verlust von über 50 000 Franken ein. Das ist dreimal mehr als in den Jahren zuvor. Ihr Vermögen sank von 539 500 Franken auf 322 600 Franken. Rupert Summerauer, Geschäftsführer der ESRA und der Caritas Thurgau, nannte an der Jahresversammlung in Ermatingen die Gründe: Die Hilfsorganisation erhalte für Angebote wie beispielsweise die Schuldenberatung keine Unterstützung von Gemeinden und Kanton. Beiträge von der Caritas Schweiz für die Dolmetschervermittlung oder die Rechtsberatung für Asylsuchende in Kreuzlingen wurden gekürzt oder sogar abgesetzt, weil sich auch die Caritas Schweiz in einem finanziellen Engpass befinde. Auch die Leistungen der Sozialversicherungen wurden gekürzt. Hinzu kommt, dass die Gemeinden der Caritas weniger ausgesteuerte Sozialhilfebezüger zuweisen. «Das ist für die Gemeinden nicht mehr so interessant wie früher, als sie nach einem Jahr Integrationsprogramm wieder Zahlungen in die Sozialversicherungen kassieren konnten», sagte Summerauer.

Die Caritas Thurgau war also gezwungen, einschneidende Massnahmen vorzunehmen. Dazu gehörte ein Stellenabbau von insgesamt 10 Prozent. Zu Zahlungen an die Rechtsberatungsstelle in Kreuzlingen sieht sie sich nicht mehr im Stande. Die Zukunft der Beratungsstelle steht deshalb auf der Kippe (unsere Zeitung berichtete). «Wir verhandeln aber mit der Caritas Schweiz, damit sie wieder Mittel freigibt. Die Rechtsberatungsstelle ist eine sehr wichtige Einrichtung.» Als weitere Massnahme erhöhte die Caritas den jährlichen Mitgliederbeitrag von 20 auf 120 Franken.

Mit Darlehen ausgeholfen

Trotz der finanziellen Schieflage half die Caritas Thurgau dem Verein Esra mit einem Darlehen aus der Patsche. Dieser hatte sich mit über 141 000 Franken verschuldet. Der Ding-Shop und die Haushalts-Fee, zwei Arbeitsintegrationsprogramme des Esra, gehen deshalb an die Caritas über.



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