Zum Erfolgsmodell gehören die Einwanderer

THURGAU ⋅ Der Präsident des Gewerbeverbands erinnert daran, dass Schweizer und Ausländer die Schweiz gemeinsam wohlhabend und erfolgreich gemacht haben.
29. März 2017, 06:50
Peter Mesmer

Ein Zeichen gegen Ausländerfeindlichkeit setzte Hansjörg Brunner an der Jahresversammlung des Thurgauer Gewerbeverbands. «In vielen von uns hier im Saal fliesst zumindest ein Tropfen fremdes Blut», sagte der Verbandspräsident. Millionen von Europäern hätten vor nicht allzu langer Zeit auswandern müssen, aus purer wirtschaftlicher Not oder weil sie wegen ihrer Religion verfolgt worden seien.

«Wären sie heute unterwegs, und würden unsere aktuellen Gesetze in der Fremde gelten, sie würden nur schwerlich eine neue Heimat finden.» Gemeinsam hätten Schweizer und Ausländer das Land gross, erfolgreich und wohlhabend gemacht. «Die Schweiz als Auswanderungsland, die Schweiz als Einwanderungsland», sagte Brunner, «wir dürfen unsere Geschichte niemals vergessen.» Regierungsrat Walter Schönholzer überbrachte die Glückwünsche der Regierung zum 125-Jahr-Jubiläum. Der Gewerbeverband sei ein starker Dachverband, der sich sehr gut für die Interessen seiner Mitglieder einsetze. Er vertrete die Interessen des Gewerbes gegenüber der Behörden und bringe sich bei Vernehmlassungen wirksam ein. «Der Kanton Thurgau braucht diesen weitsichtigen und kritischen Partner», sagte Schönholzer, Vorsteher des Departements für Inneres und Volkswirtschaft (DIV). Der Verband und das DIV müssten den Dialog pflegen und am gleichen Strick in die gleiche Richtung ziehen. «Dafür braucht es aber auch möglichst viele Gewerbler, die sich an vorderster Front politisch engagieren.»

Schönholzer erntete starken Applaus der rund 300 Delegierten und Gäste aus gewerbenahen Kreisen im Weinfelder «Thurgauerhof».

Seit 1999 verstärkte Tony Müller, Käsermeister aus Hagenwil, den Vorstand des Gewerbeverbandes. Zu seinem Rücktritt erklärte der ehemalige CVP-Kantonsrat, von all seinen Ämtern sei ihm jenes im Gewerbevorstand am nächsten gestanden. Als Nachfolger gewählt wurde Viktor Gschwend, Gärtnermeister, FDP-Kantonsrat und Präsident von Jardin Suisse Thurgau, aus Neukirch-Egnach. Der Präsident und der restliche Vorstand wurden einstimmig wiedergewählt. Die Jahresrechnung mit einem kleinen Überschuss sowie das von Geschäftsführer Marc Widler erläuterte Budget stiessen ebenfalls auf keine Widerrede.

Peter Mesmer

thurgau@thurgauerzeitung.ch


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