Steinacher überquert Bodensee in Rekordzeit

ROMANSHORN. Bis jetzt stand der Rekord für die Bodensee-Überquerung im Schwimmen mit Neopren bei vier Stunden und 39 Minuten. Der 16jährige Steinacher Severin Hummer wollte diesen Rekord brechen. Gestern hat er die Erwartungen weit übertroffen.
25. Juni 2013, 08:49
RALF RÜTHEMANN

Die Klassenkameraden von Severin Hummer, der um 11:21 Uhr in Friedrichshafen gestartet ist, um den Bodensee schwimmend zu überqueren, stehen am Hafen von Romanshorn bereit. Der Blick in Richtung Himmel zeigt dunkle Wolken. Es bläst ein rauher Wind und die Sturm-Vorwarnung blinkt. In der Ferne ist ein Motorboot zu erkennen. Die Schüler bejubeln den Kollegen, der seinem Ziel immer näher kommt.

Zwei Stunden und 50 Minuten

Severin Hummer wollte die zwölf Kilometer lange Strecke in weniger als vier Stunden schwimmend zurücklegen und den bisherigen Rekord von vier Stunden und 39 Minuten deutlich unterbieten. Gestern hat er die Aufgabe in Angriff genommen. In Begleitung eines Bootes, das sein Vater führte, ist er quer über den Bodensee geschwommen.

Ziemlich schnell stand fest, dass er die alte Marke nicht nur deutlich unterbieten, sondern sie in den Schatten stellen würde. Bereits nach zwei Stunden und 50 Minuten berührte er nämlich die Felsen am Romanshorner Hafen. «Damit habe ich selbst nicht gerechnet», sagt er.

Eine warme Dusche

Bei lautem Jubel und Applaus steigt der junge Steinacher aus dem Wasser. «Ich hätte nicht gedacht, dass es so kalt wird», sagt er schlotternd. Probleme während der Überquerung habe es sonst aber keine gegeben. An ein nächstes Ziel im kalten Wasser möchte er noch gar nicht denken: «Jetzt freue ich mich zuerst auf eine warme Dusche.»

Der Wunsch, den Bodensee zu überqueren, schwebte ihm schon lange vor. Diesen hat er sich nun im Rahmen seiner Abschlussarbeit an der «SBW Futura» in Romanshorn erfüllt. Diese Arbeit hat er sich wohl zu Herzen genommen. Wöchentlich trainiert Severin Hummer nämlich zehn Mal.

Das nächste Ziel?

«Für die Längsquerung des Bodensees gibt es noch keine aktuellen Resultate. Vielleicht ein nächstes Ziel?» Auch wenn er nach dem Schwimmen nur an eine warme Dusche dachte, schreibt Severin Hummer dies in seiner Arbeit.

«Wir pushen Severin nicht, das kommt alles von ihm selbst», erzählt seine Mutter, Monika Ruf. «Die nötige Unterstützung, die bekommt er aber.»


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