Jugendliche diskutierten hitzig

WEINFELDEN. Am achten Thurgauer Jugendforum standen am Samstagnachmittag in Weinfelden die Energiewende und die Wirtschaftskrise im Vordergrund. Dabei polarisierte vor allem Letzteres.
23. Februar 2015, 07:11
CHRISTOF LAMPART

Das Jugendforum wird im Wesentlichen vom Think Tank Thurgau finanziell unterstützt. Dessen Vorstandsmitglied Christoph Tobler hiess 18 Jungpolitiker aus den Reihen der SVP, SP, CVP, FDP, Grünen und Grünliberalen im Weinfelder Rathaus willkommen. Es sei zwar schade, dass viele Plätze im Rathaus frei geblieben seien, aber der jährliche, ungezwungene Gedankenaustausch zwischen dem Polit-Nachwuchs sei es nach wie vor wert, unterstützt zu werden.

«Wir wollen dazu beitragen, dass sich die Thurgauer Jugend vermehrt mit ihren eigenen Lebensumständen befasst», sagte Tobler am Samstagnachmittag. Es sei wichtig, dass auch in Zukunft die Thurgauer Tradition des sachlichen Diskutierens und des Suchens nach gemeinsamen Lösungen gepflegt werde.

Informationen statt Meinungen

Diese Ansicht vertraten auch die Nationalräte Markus Hausammann (SVP) und Thomas Böhni (GLP). Sie informierten über die am 8. März zur Abstimmung kommende Volksinitiative «Energie- statt Mehrwertsteuer». Auch dies – nämlich, dass über aktuelle Politthemen informiert und diskutiert wurde und nicht nur über Ansichten und Theorien – stellte im Jugendforum Thurgau eine Neuerung dar, wie Jugendforum-Präsidentin Claudia Weber (Junge CVP) sagte.

In den Diskussionen waren klare Unterschiede festzustellen. Während in der Energiedebatte – vielleicht auch aufgrund der Anwesenheit von Böhni und Hausammann – sehr gesittet zwischen Bürgerlichen und Grünen der Konsens gesucht wurde, ging es im «Löwen», wo besonders Jungfreisinnige und Jusos verbal die Klingen kreuzten, hitziger zu und her. Vielleicht auch, weil hier die Aufsicht durch erwachsene Politiker fehlte?

Kontrastierende Positionen

Bei der Energiedebatte mag hineingespielt haben, dass Böhni und Hausammann viel näher in ihrer Meinung beieinander lagen, als es die Positionen ihrer Parteien vermuten liessen. Derweil wurden in der «Wirtschaft in der Krise»-Runde ganz klar kontrastierende Positionen bezogen.

Während die Radikallinken sich darin gefielen, möglichst stark zu fordern, dass das Kapital und die Reichen steuerlich geschröpft würden, plädierten liberale Freigeister für eine fast komplette Abschaffung der Steuern. Dann nämlich, so deren Argument, habe jeder Mensch mehr Geld zur Verfügung und könne eigenverantwortlich handeln. Der Staat sei dann nur noch für die wirklich wichtigen Sachen, wie den Schutz der Bevölkerung, zuständig, nicht aber für dessen Bevormundung.


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