Fisch kritisiert Vorgehen der Polizei

Der Thurgauer GLP-Kantonsrat Ueli Fisch plant einen Vorstoss zum Thema Industriehanf Anlass ist die Polizeiaktion bei der Thurgauer Firma Medropharm GmbH.
24. September 2016, 09:14
Michèle Vaterlaus

«Absolut unverhältnismässiges Vorgehen der Behörden!», twittert der GLP-Kantonsrat Ueli Fisch. «Kriminalisierung von medizinischem Hanf.» Er reagiert damit auf das Eingreifen der Staatsanwaltschaft bei der Kradolfer Firma Medropharm GmbH. Diese baut im Thurgau und im Kanton St.Gallen Industriehanf an, der für medizinische und kosmetische Produkte verwendet wird. Nun ist die Polizei eingeschritten. Im St.Gallischen hat sie die Pflanzen zerstört. Im Thurgau wurden sie beschlagnahmt, weil der Verdacht besteht, dass die Pflanzen einen zu hohen THC-Wert aufweisen.

Fisch ist der Meinung, die Behörden seien zu weit gegangen – auch im Thurgau. Die Medropharm sei seines Wissens immer transparent gewesen. Die Polizei habe grosses Geschütz aufgefahren, in dem sie das Unternehmen auseinandergenommen, die privaten Haushalte durchsucht und den Gärtner vor seinen Mitarbeitern abgeführt habe. «Das wäre wohl diskreter gegangen.» Fisch geht von einer koordinierten Aktion zwischen den St.Galler und den Thurgauer Behörden aus.

Im Thurgau besteht eine Meldepflicht

Die drei Medropharm-Unternehmer Mike Toniolo, Oliver Tschäppät und Patrick Widmer wendeten sich nach der Unternehmensgründung vor rund zwei Jahren an die Medien und stellten sich der Öffentlichkeit vor. Auch nach den neuesten Vorkommnissen betont Widmer, dass die Hanfanlagen rechtmässig seien.

Der Anbau von Hanf ist legal, wenn der THC-Gehalt unter einem Prozent liegt. Im Kanton St.Gallen besteht jedoch eine Bewilligungspflicht dafür. Im Thurgau gibt es nur eine Meldepflicht. Doch dieser ist die Medropharm GmbH gemäss Andy Theler, Mediensprecher der Kantonspolizei Thurgau, nicht nachgekommen. Widmer bestreitet dies. Fisch will mehr Klarheit in die Sache bringen. Nächste Woche trifft er Widmer für ein Gespräch. «Und an der Wega-Sitzung des Grossen Rates will ich eine Einfache Anfrage zum Thema einreichen», sagt Fisch. Er müsse sie noch ausformulieren, doch es gehe ihm um Rechtssicherheit für den Anbau von Industriehanf.

Gemäss Staatsanwaltschaft Bischofszell dauert es etwa einen Monat, bis die Ergebnisse der THC-Analyse da sind. Die Pflanzen müssten noch 2 bis 3 Wochen wachsen, damit sie genügend gross seien und die Blüten getestet werden können.


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