FDP ist auf dem Weg zurück nach Bern

Die FDP Thurgau hat den Nationalratswahlkampf eröffnet. Die Werte der hiesigen Liberalen sollen in Bern wieder Gehör finden. Dazu wurden nun sechs Kandidaten nominiert. Der Sitzverlust 2011 führte zu einem Ruck durch die Partei.
25. März 2015, 02:36
KURT PETER

SULGEN. Erstmals waren an einer Nominationsversammlung nicht nur die Delegierten stimmberechtigt, sondern auch Personen, die seit mehr als einem Jahr Parteimitglied sind. Nicht zuletzt deshalb war der Auholzsaal in Sulgen bis auf den letzten Platz gefüllt. FDP-Kantonalpräsident Walter Schönholzer sprach in seiner Begrüssung am Montagabend von «einer schmerzlichen Erfahrung, als die FDP vor vier Jahren ihren Nationalratssitz verloren hat». Gleichzeitig habe dies aber auch zu einem Ruck durch die Partei geführt, sie habe Neues gewagt und habe sich volksnah positioniert.

Im Hinblick auf die Wahlen am 18. Oktober sei es wichtig gewesen, eine Liste mit sechs geeigneten Personen zusammenzustellen. «Aber nicht nur geeignet müssen sie sein, sondern auch im ganzen Kanton bekannt», meinte der Parteipräsident. Daher seien ein sogenannter Kandidatenpool gegründet und nach langen und intensiven Diskussionen eine Entscheidung gefällt worden.

Nicht nur für Stammwähler

«Wahlen gewinnen ist anstrengend und ein langer Weg.» Und auch wenn es ein klares Ziel sei, dass die FDP aus eigener Kraft den Nationalratssitz gewinne, sei ein starkes bürgerliches Bündnis im Thurgau entstanden. «Die FDP ist mit der CVP, BDP und EVP eine Listenverbindung eingegangen», erklärte Schönholzer. Und mit der Nominationsveranstaltung habe eine entscheidende Phase «auf dem Weg zurück nach Bern» begonnen.

Den 2011 verlorenen Sitz zurückzugewinnen sah auch der strategische Wahlkampfleiter Sven Bradke als vorrangiges Ziel. Dies sei nur mit guten und qualifizierten Kandidaten möglich. Denn damit könnten nicht nur die Stammwähler angesprochen werden, ergänzte Bradke. «Unsere Liste bürgt für eine sowohl regional wie alters- und berufsmässig ausgeglichene Breite.»

Alle dieselben Chancen

Die zweitstärkste Partei des Kantons müsse im Nationalrat wieder Gehör finden, zeigte sich Bradke überzeugt. Und das meinte auch Lukas Weinhappl, Präsident der Thurgauer Jungfreisinnigen. «Wir haben gute Voraussetzungen geschaffen, doch gewonnen ist noch nichts», wandte er sich an die Anwesenden. Und er mahnte zur Einheit: Wer von den sechs Personen den Sitz erobere, spiele keine Rolle, die Partei müsse für das Ziel zweihundert Prozent geben. Walter Schönholzer sprach denn auch nicht von «Spitzenkandidaten», sondern von einer Liste, auf der alle dieselben Chancen hätten.

Die Nominierten

An der Versammlung wurden folgende Kandidatinnen und Kandidaten nominiert:

Hermann Hess, Amriswil, 1951, Kantonsrat, Unternehmer und Pianist, Vizepräsident FDP-Thurgau; Hansjörg Brunner, Wallenwil, 1966, Kantonsrat, Druckerei-Unternehmer, Präsident Thurgauer Gewerbeverband; Rebecca Hirt, Uttwil, 1968, Rechtsanwältin, Schulpräsidentin, Lehrbeauftragte an der Uni St. Gallen; Tanja Kroha, Weinfelden, 1969, Kindergärtnerin, Präsidentin der Thurgauer Kindergartenkonferenz; Christian Neuweiler, Zuben, 1959, Unternehmer, Präsident der Industrie- und Handelskammer Thurgau, und Kaspar Schläpfer, Frauenfeld, 1951, Rechtsanwalt, Regierungsrat des Kantons Thurgau.


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