«Es geht hier um die Existenz von Familien»

SULGEN. Die Situation der Landwirte sei nicht rosig, sagte Markus Hausammann, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, an der Generalversammlung am Donnerstagabend im Sulgener Auholzsaal. Dort konnte der Bauernpräsident 124 Stimmberechtigte zur Mitgliederversammlung begrüssen.
11. April 2015, 02:41
HUGO BERGER

SULGEN. Die Situation der Landwirte sei nicht rosig, sagte Markus Hausammann, Präsident Verband Thurgauer Landwirtschaft, an der Generalversammlung am Donnerstagabend im Sulgener Auholzsaal. Dort konnte der Bauernpräsident 124 Stimmberechtigte zur Mitgliederversammlung begrüssen. Regierungsrat Kaspar Schläpfer ging in seinem Begrüssungswort auf die Umsetzung der Agrarpolitik 2014–2017 ein. Diese habe dem vergangenen Jahr den Stempel aufgedrückt. Die Thurgauer Landwirtschaft könne sich bei deren Umsetzung nicht zu den Gewinnern zählen, gab Schläpfer zu.

Verlässlicher Partner

Die Bundesbeiträge an die Thurgauer Landwirtschaft seien im vergangenen Jahr um rund 10 Millionen Franken gesunken, nämlich von 119 Millionen auf 109 Millionen Franken. Zwar könnte es mit verschiedenen Massnahmen gelingen, das Volumen der Bundesbeiträge wieder etwas zu erhöhen. Und es gebe einige Landwirte, die mit der neuen Agrarpolitik jetzt schon mindestens so gut existieren könnten wie davor.

«Auch wenn einige von euch mit der Bundespolitik unzufrieden sind, gilt es doch festzuhalten, dass der Bund und die Kantone verlässliche Partner sind», hielt Schläpfer fest. Der Zahlungsrahmen sei wiederum für vier Jahre festgesetzt worden, und bei der Vernetzung und in der Landschaftsqualität sei die Vertragsdauer sogar von sechs auf acht Jahre erhöht worden. «Industrie und Gewerbe kennen keine vergleichbare Planungssicherheit für die kommenden Jahre», gab der Regierungsrat zu bedenken.

Direktzahlungen gerechtfertigt

Die Situation der Bauern sei nicht rosig, führte Hausammann in seinem Jahresbericht aus. Die Direktzahlungen seien um rund zehn Prozent gesunken, darüber hinaus drücke der starke Franken auf die Preise. Es gehe um Existenzen von Familien. Mit der Verbesserung der Wirtschaftlichkeit stosse man an Grenzen. Man müsse sich von der Idee verabschieden, dass die Grösse eines Betriebes Garant für den Erfolg sei. «Gemeinnützige Arbeiten haben einen Wert. Die Direktzahlungen sind gerechtfertigt und dürfen nicht gekürzt werden», betonte Hausammann.

Huber Ehrenmitglied

Fast einstimmig wurde Maja Grunder aus Oberneunforn neu in den Vorstand gewählt. Sie gehört seit acht Jahren dem Gemeinderat Oberneunforn an. Sie trete im Mai aus dem Gemeinderat aus, sagte Grunder und fügte schmunzelnd bei: «Falls ich nicht gewählt werde, suche ich mir ein Hobby.» Maja Grunder ersetzt Therese Huber, die das Ressort «Frauen in der Landwirtschaft» seit 2009 führte. Für ihre engagierte Mitarbeit wurde Huber mit viel Lob bedacht und zum Ehrenmitglied ernannt.


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