Nachgefragt

«Die Mäher zerschneiden Igel grausam»

15. November 2016, 02:35

Die Igelstation in Frauenfeld ist zurzeit voll besetzt. Mit anderen Freiwilligen betreut Tierschützerin Monika Montoli derzeit 20 pflegebedürftige Tiere.

Wann beginnen die Igel mit dem Winterschlaf?

Das kommt sehr auf das Wetter an. Jetzt ist es noch zu früh, aber sobald es keine Käfer und Würmer mehr hat, beginnt der Schlaf. Er dauert dann etwa bis Ende März. Aber auch das hängt vom Wetter ab.

Was fehlt den Igeln auf Ihrer Station?

Die meisten haben zu wenig Gewicht, um den Winter zu überleben. Das Wetter war dieses Jahr sehr ungünstig. Es ist eine strenge Zeit im Vergleich zum letzten Jahr, wir sind nahtlos ausgelastet.

Weil zu wenig Nahrung da ist?

Teilweise deswegen, aber wir vermuten auch, dass es dieses Jahr einen zweiten Wurf gegeben hat, weil viele junge Tiere gestorben sind. Die Igel aus dem zweiten Wurf sind erst spät geboren und noch nicht bereit für den Winter. Und dann beherbergen wir ja auch noch viele Igel, die krank oder verletzt sind.

Welche Verletzungen sind häufig?

Die Schnittwunden von Roboter-Rasenmähern und Schnurmähern. Igel liegen häufig im Gebüsch und werden dann von den Klingen grausam zerschnitten.

Wieso reagieren Roboter-Rasenmäher nicht auf Igel?

Ich denke, man müsste sie besser programmieren, aber ich bin sowieso gegen diese Mäher. Wenn man sie verwendet, sollte man zumindest schauen, dass man keine Igel erwischen kann.

Wie ist der Igelbestand im Thurgau?

Genaue Zahlen haben wir nicht. Aber wir müssen keine Angst haben, dass der Igel verschwindet.

Wie kann man die Igel unterstützen?

Wer einen Garten hat, kann dort Laubhaufen machen. Es ist wichtig, dass man draussen nicht alles sauber aufräumt, sondern Möglichkeiten für trockene Nester zulässt. Wenn ein Igel klein ist, darf man ihn ruhig ein bisschen mit Katzenfutter füttern. (amd)


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