Die Grünliberalen sagen Ja zum Atomausstieg

27. Oktober 2016, 02:40

Parolen An der Mitgliederversammlung fasste die Grünliberale Partei Thurgau am Montag ihre Parolen für die Abstimmungen vom 27. November. Der Pro-Redner zur Volksschul-Initiative, der Bieler Lehrer und Stadtrat Alain Pichard (GLP), verteidigte den traditionellen Lehrplan mit Grobzielen und Inhaltskompetenzen. Auch machte er auf die hervorragenden Resultate des Thurgaus in den Pisa-Studien aufmerksam. Für die Gegenseite trat Anne Varenne (CVP), Präsidentin Bildung Thurgau, an. Sie kritisierte die Verpolitisierung der Schule und betonte die hohen Mehrkosten bei einem Alleingang ohne «Lehrplan 21». Dieser trage dem Wandel in der Gesellschaft und der Digitalisierung Rechnung und diene der Harmonisierung. Nach intensiver Diskussion beschloss die Versammlung mit grosser Mehrheit die Ablehnung der Vorlage.

Kantonsrat Stefan Leuthold (GLP) vertrat die Pro-Seite zur Atomausstiegs-Initiative. Er betonte, dass die Schweiz den ältesten AKW-Park der Welt habe und das Ausfallrisiko mit dem Alter ansteige. Trotz hohem Sicherheitsstandard in der Schweiz bestehe ein Restrisiko und ein GAU würde breite Teile des Mittellandes bis in den Thurgau betreffen. Die Versorgungssicherheit würde durch das geplante sukzessive Abschalten nicht gefährdet, da genügend erneuerbarer Strom aus dem In- und Ausland verfügbar sei. Atomstrom sei bei Vollkostenrechnung ausserdem teurer als erneuerbare Alternativen. Das Gegenvotum wurde von Nationalrat Hermann Hess (FDP) gehalten, der betonte, dass in Zukunft mehr Strom gebraucht würde. Er findet den AKW-Abschaltplan der Initiative unverantwortlich und wehrt sich gegen einen schnellen Zubau der Erneuerbaren, der angesichts der gegenwärtig tiefen Strompreise nur mit hohen Subventionen möglich sei. Die Mitglieder beschlossen einstimmig die Ja-Parole für die Atomausstiegs-Initiative. (red.)


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