Die Fischer schöpfen Hoffnung

LANDSCHLACHT. Der Bauernverband bietet den Berufsfischern eine Plattform, um ihre Anliegen vor Bundespolitikern darzulegen. Wegen immer weniger Fischen in den Seen bangen die Fischer um ihren Berufsstand und fordern Massnahmen.
23. Mai 2015, 09:15
SILVAN MEILE

Lange verhallte der Hilferuf der Berufsfischer über dem Bodensee. Nun wird er aber in Bern gehört. «Der Bauernverband hilft uns, das Gespräch mit Parlamentariern zu suchen», sagt Reto Leuch, Präsident der Schweizer Berufsfischer am Bodensee. Der landwirtschaftliche Klub der Bundesversammlung organisiert am 3. Juni während der Session im Nationalrat ein Mittagessen, an dem die Probleme der Berufsfischer aufgezeigt werden. Derzeit würden die Einladungen an die Bundesparlamentarier verschickt werden. «Geholfen ist uns noch nicht», sagt Leuch. Doch der Anlass lässt hoffen. Immerhin haben die Berufsfischer mit dem Bauernverband einen Partner mit viel politischem Gewicht.

Bauern bieten eine Plattform

«Wir sehen die Berufsfischer als befreundete Organisation», sagt der Thurgauer Nationalrat und kantonale Bauernpräsident Markus Hausammann. Auch deshalb, weil einige Berufsfischer als zweites Standbein Landwirtschaft betreiben. Hausammann präsidiert den landwirtschaftlichen Klub der Bundesversammlung. «Die Landwirtschaft stellt sich nicht vereint hinter die explizite Forderung der Berufsfischer, den Seen mehr Phosphat zuzuführen», stellt Hausammann klar. In erster Linie gehe es nun darum aufzuzeigen, dass das Überleben einer Berufsgattung auf dem Spiel steht. Deshalb bietet der Klub den Berufsfischern eine Plattform in Bundesbern. Wenn rund 20 Parlamentarier zum geplanten Essen erscheinen, wäre das aufgrund des grossen Wettbewerbs zwischen solchen Veranstaltungen bereits ein Erfolg.

Mehr Nährstoff für den See

Grund für den Hilferuf der Berufsfischer sind die immer nährstoffärmeren Schweizer Seen. Laufend gehen die Fischbestände zurück. Folglich zappeln immer weniger Fische in den Netzen der Berufsfischer, die oftmals nicht mehr nur von der Fischerei leben können. Vor allem die Berufsfischer am Bodensee fordern deshalb ein neues Phosphat-Management. Die Kläranlagen sollen weniger Phosphat ausfällen, dem See wieder mehr Nährstoffe zuführen. Bisher fanden die Berufsfischer mit dieser Forderung kaum Gehör. Mit dem geplanten Treffen in Bundesbern schöpft nun der Verband der Schweizer Berufsfischer neue Hoffnung.


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