Die Auskunft endet beim Arztgeheimnis

Der Präsident der Thurgauer Ärztegesellschaft empfiehlt den Mitgliedern des Gewerbeverbands, bei unklaren Arztzeugnissen den Arzt zu konsultieren.
02. November 2016, 02:40
Christoph Heer

Dass die Beurteilung einer kranken Person nicht nur für die Arbeitgeber, sondern auch für die Hausärzte oft schwierig ist, erläuterte am Montagabend der Amriswiler Psychiater Daniel Jud an der Präsidentenkonferenz im Aadorfer Gemeindezentrum. 32 Stimmberechtigte nahmen daran teil und horchten gespannt den Ausführungen des Präsidenten der Ärztegesellschaft Thurgau. «Das Thema Arztzeugnis ist schon lange aktuell und wird wohl auch immer ein Thema zwischen Ärzten und Arbeitgebern bleiben. Eines kann ich aber versichern, Arztzeugnisse werden nicht leichtfertig ausgestellt, wir würden uns nämlich strafbar machen. So ist uns natürlich bewusst, dass es in erster Linie wichtig ist, eine Arbeitsstelle behalten zu können. Insbesondere für angeschlagene Personen könnte ein Arbeitsstellenverlust fatale Folgen haben.»

Daniel Jud wies auch auf das detaillierte Arztzeugnis hin und rief die Präsidenten verschiedener Berufsgattungen auf, auch einmal selbst aktiv zu werden und sich wenn nötig Informationen beim behandelnden Arzt zu holen, «ohne dass dabei natürlich das Arztgeheimnis gebrochen wird. Und eines muss allen bewusst sein, ein Arztzeugnis ist nicht verhandelbar, trotzdem nehmen wir gerne die Anliegen der Arbeitgeber auf».

Alex Steinacher, praktizierender Arzt aus Müllheim, wies indes darauf hin, dass oft die Dialoge zwischen den Parteien fehlen. «Wir sind da in einer Dreiecksbeziehung, darum ist es unabdingbar, miteinander zu kommunizieren.» Es folgten etliche Voten und in der Praxis gemachte Erfahrungen. Hansjörg Brunner, Präsident des Thurgauer Gewerbeverbandes, fasste schliesslich zusammen mit den Worten, «schwarze Schafe gibt es überall.»

Gewerbe unterstützt die Unternehmenssteuerreform

Die 32 Stimmberechtigten fassten zudem ohne grosse Diskussion mit wenigen Gegenstimmen und Enthaltungen die Ja-Parole zur Unternehmenssteuerreform III, über die am 12. Februar 2017 abgestimmt wird. Dafür warben SVP-Regierungsrat und Finanzdirektor Jakob Stark und Jakob Rütsche, Amtsleiter der kantonalen Steuerverwaltung.

Über die seit 2013 wirkende Unterstützung der Jungunternehmer – das Startnetzwerk Thurgau – informierte Brigitte Kaufmann. Sie rührte die Werbetrommel. Denn noch mehr Coaches, die die Jungunternehmer begleiten und fördern, wären gern gesehen.


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