Delfin Shadow starb in den Armen des Trainers

Leiden die Delphine im Connyland Lipperswil unter Lärm? (pd)
LIPPERSWIL. Delfin Shadow, der am Dienstagmorgen im Connyland verstarb, wird vom Universitätsspital Zürich untersucht. Noch ist laut dem Freizeitpark völlig unklar, weshalb das Tier verendete. Vorwürfe von Tierschutzorganisationen weist der Mediensprecher des Connylands zurück.
09. November 2011, 11:52
Daniel Walt
«Mir scheint, dass sich die Tierschützer mehr über einen toten Delfin freuen als über einen neu geborenen.» Das sagt Erich Brandenberger, Mediensprecher des Freizeitparks Connyland in Lipperswil. Er bezieht seine Aussage auf Vorwürfe von zwei deutschen Tierschutz-Organisationen. Für sie steht der Tod des achtjährigen Delfinmännchens «Shadow» am Dienstagmorgen im Zusammenhang mit einer Technoparty, die Ende Oktober in einem Veranstaltungslokal des Freizeitparks stieg.

Delfin schwamm hektisch hin und her
Der Tod von Delfinmännchen Shadow bewegt. Erich Brandenberger blickt zurück: «Am Dienstagmorgen kamen die Delfintrainer gegen zehn Uhr in die Winterhalle der Delfine. Die Tiere zeigten ein normales Verhalten, machten Sprünge und freuten sich.» Plötzlich habe «Shadow» begonnen, hektisch von einer Ecke des Bassis zur anderen zu schwimmen. Laut Brandenberger sprang ein Trainer zum Delfin und nahm ihn in den Arm. «Plötzlich hörte der Delfin auf zu schnaufen und starb», so Brandenberger.

Erste Untersuchung ohne Ergebnis
Laut dem Connyland-Sprecher gab es im Vorfeld keinerlei Anzeichen, dass es «Shadow» nicht gut gegangen wäre. Eine erste Untersuchung des toten Delfins im Unispital Zürich Anfang Dienstagnachmittag brachte kein Ergebnis: «Sämtliche Organe waren völlig gesund – die Todesursache ist bisher ein Rätsel», so Brandenberger. Jetzt seien am Unispital mikroskopische und bakterielle Untersuchungen angelaufen. Diese nähmen rund zwei bis drei Wochen in Anspruch.

«Tiefes Diskussionsniveau»
Was sagt das Connyland zum Vorwurf der Tierschützer, die Technoparty von Ende Oktober sei der Auslöser von «Shadows» Tod? «Das ist ein tiefes Diskussionsniveau. Für uns ist dieser Vorwurf völlig haltlos», sagt Erich Brandenberger. Er begründet seine Haltung: Das Veranstaltungslokal, in dem die Party stattgefunden habe, sei stark schallgeschützt - «selbst zwei Vertreterinnen von Tierschutzorganisationen, die zugegen waren, mussten zugeben, dass man in der Winterhalle nichts hört», hält er fest.
 
«Machen weiter wie bisher»
Ganz unabhängig davon, woran «Shadow» starb: Der Tod des Delfins dürfte bewirken, dass der ohnehin schon beträchtliche Druck von Tierschutzorganisationen aufs Connyland weiter steigt. Das sieht auch Erich Brandenberger so. «Wir machen unsere Arbeit aber weiter wie bisher – sie hat sich bewährt», sagt der Mediensprecher. Bestärkt fühle sich das Connyland durch das Echo des Publikums, «wobei die positiven Stimmen leider immer leiser sind als die kritischen», so Brandenberger.



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