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Thurgauer Zeitung
27. Juli 2015, 02:35 Uhr

Tips vom zweitbesten Schreiner

Der Rickenbacher Tobias Hugentobler fliegt Anfang August als Experte der Möbelschreiner an die Berufsweltmeisterschaften nach Brasilien. Er bereitet zudem den Schweizer Meister auf die World Skills vor.

IVES BRUGGMANN

RICKENBACH. Vor 14 Jahren wurde der heute 36jährige Rickenbacher Tobias Hugentobler im südkoreanischen Seoul Vizeweltmeister als Massivholzschreiner. Jetzt will er erstmals als Experte dazu beitragen, dass sein Schützling Mirco Signer als Möbelschreiner ähnlich erfolgreich ist. Die Reise hat bereits vor zwei Jahren begonnen, als die ersten Ausscheidungen in der Schweiz stattfanden. Am 16. August endet diese mit der Schlussfeier in São Paulo. Auf diese freut sich auch Hugentobler besonders. «Dann wissen wir, was für ein Resultat Mirco Signer erzielt hat.» Ausserdem falle dann der ganze Druck und die Anspannung weg.

Spitzenergebnis möglich

Hugentobler traut seinem Schützling an den World Skills in Brasilien einiges zu. «Wenn Mirco seine Leistung abruft, wird es weit nach vorne reichen», sagt er. Die fachlichen Fähigkeiten bringe er auf alle Fälle mit. Dennoch muss auch alles vor Ort stimmen. Es sei immer schwierig einzuschätzen, wie stark die internationale Konkurrenz ist.

Hugentobler hat in der Vorbereitung Signers den Schwerpunkt vor allem auf dessen Selbständigkeit gelegt. Es sei wichtig, dass er selber Lösungen finde. «An den Weltmeisterschaften kann ihm auch niemand helfen», sagt Hugentobler. Deswegen sei es auch in der Vorbereitung so gewesen, dass er seinem Schützling eben nicht alles vorgegeben habe.

Hugentoblers Hauptaufgabe in der Vorbereitung ist einerseits das Stellen von Aufgaben gewesen. Andererseits hat er Signer geholfen, wenn dieser Tips benötigte. So hat Hugentobler beispielsweise den Kontakt zu einem ehemaligen Schweizer Teilnehmer der World Skills hergestellt. «Ich denke, dass dieser Austausch Mirco einiges nützen wird. Vor allem, um sich Infos zu beschaffen», sagt Hugentobler. Überhaupt sei sein Schützling während der Vorbereitungsphase sehr fleissig gewesen und habe viel Eigeninitiative gezeigt. Rund vier Monate habe Signer in das Training investiert. «Auch das nötige Werkzeug und Sponsoren dafür hat er selber aufgetrieben», sagt Hugentobler.

Viel Arbeit in São Paulo

In Brasilien wird die Aufgabe von Tobias Hugentobler dann eine ganz andere sein. In der Vorbereitungswoche vor dem Wettkampf muss er zusammen mit den anderen Experten aus aller Welt die genaue Aufgabe der Teilnehmer definieren. Das Möbelstück ist bereits ausgewählt. «Vor Ort geht es darum, die Aufgabe leicht anzupassen.» Schliesslich müssen die Experten nach dem Wettkampf in Dreiergruppen die abgelieferten Arbeiten bewerten. Nach der Schlussfeier geht es dann mit der gesamten Schweizer Delegation für einen Tag nach Rio. «Diese Reise können wir nach getaner Arbeit dann richtig geniessen», freut sich Hugentobler.

Knapp eineinhalb Wochen wird Hugentobler in seinem Geschäft fehlen. Er ist Inhaber und Geschäftsführer der Hugentobler AG in Braunau. «Das sind Ferien, die wegfallen», sagt er. Das macht er aber gerne, denn er will sich mit seinem Engagement für das duale Bildungssystem in der Schweiz einsetzen, seine Erfahrungen weitergeben. «Ich erachte die duale Ausbildung als wichtig, damit die Schweiz ihr handwerkliches Niveau halten kann.» Vielleicht bestätigt sich das bereits in São Paulo.



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