Schon wieder auf Präsidentensuche

UNSTIMMIGKEITEN ⋅ Nach dem Rücktritt von Kirchenvorsteher Peter Gunz muss die Evangelische Kirchgemeinde Münchwilen-Eschlikon abermals über die Bücher.
21. März 2017, 07:06
Simon Dudle

Simon Dudle

simon.dudle@wilerzeitung.ch

 

Es will einfach keine Ruhe einkehren in Evangelisch Münchwilen-Eschlikon. Seit vor fünf Jahren Peter Gunz und alle anderen Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft geschlossen zurückgetreten waren, kommt es immer wieder zu personellen Veränderungen – bei den Pfarrern und in der Behörde. Der neueste Eclat wurde im Februar publik, als der vor Jahresfrist gewählte Gunz – diesmal als Präsident – am Ende der Gemeindeversammlung seinen Rücktritt per Ende Mai dieses Jahres kundtat. Somit wird er die bis im Jahr 2020 laufende Legislatur nicht beenden. Der Eschliker war von Dekanin Esther Walch, den beiden Pfarrern und der Kirchenvorsteherschaft in einem Mehrheitsentscheid zum Rücktritt aufgefordert worden und kommt diesem Wunsch nun nach.

Seither wird über die Gründe gerätselt. Gunz selber mag sich nicht dazu äussern und verweist in der gesamten Thematik auf Vizepräsidentin Marlène Högger, die bei der Neubesetzung des Präsidiums federführend ist. Diese beruft sich auf das Amtsgeheimnis und äussert sich ebenfalls nicht zu den Rücktrittsgründen. Fakt ist, dass es vor der Einsetzung des Münchwiler Pfarrers Uwe John Differenzen gegeben hatte. Die Pfarrwahlkommission und die Kirchenvorsteherschaft waren sich nicht einig geworden. Der Kern des Problems könnte aber einmal mehr die Grundsatzfrage sein, wer welche Kompetenzen hat. Sowohl die Pfarrer als auch die Behörde dürften die Führung der Kirchgemeinde für sich beanspruchen wollen. Innerhalb der Vorsteherschaft dürften die Meinungen über den Führungsstil auseinander gegangen sein.

Bewerbungen: Überhang aus Eschlikon

Nun kümmern sich die verbleibenden Mitglieder der Kirchenvorsteherschaft um die Rekrutierung eines neuen Präsidenten oder einer neuen Präsidentin. Aber nicht alleine. Auch die Mitarbeiter und Pfarrer sind bei den Gesprächen dabei, wobei die Mitarbeitenden aber kein Stimmrecht haben. «Sie müssen im kirchlichen Alltag miteinander arbeiten. Darum ist es wichtig, dass sie sich bereits bei der Auswahl einbringen können», sagt Högger. Sie spricht von «zwei bis drei Bewerbungen», die eingegangen seien. Ein erstes Gespräch fand vergangene Woche statt, ein weiteres ist für diese Woche terminiert. Ziel ist, dass an der nächsten Gemeindeversammlung, die am 18. Juni in Eschlikon stattfindet, der neue Präsident gewählt werden kann. Im optimalen Fall wird dann auch die Kirchenvorsteherschaft komplettiert. In jenem Gremium gibt es neben dem Präsidium nämlich eine weitere Vakanz. Högger sagt, dass vor allem aus Münchwilen Bewerbungen Mangelware seien, eine faire Aufteilung auf die beiden Gemeinden aber angestrebt werde. Gut möglich, dass nach erfolgter Wahl die Ressorts innerhalb der Behörde neu verteilt werden.

Trotz der neuerlichen Unstimmigkeiten will Vizepräsidentin Högger festgestellt haben, dass das fragile Gebilde zuletzt an Stabilität gewonnen hat: «Immerhin haben wir seit langem wieder einmal zwei gewählte Pfarrer und eine fest angestellte Sozialdiakonin. Das gibt weniger Turbulenzen und man spürt bereits, dass es aufwärts geht.»

Für Högger selbst kommt das Präsidentenamt übrigens nicht in Frage, obwohl sie über entsprechende Ausbildungen verfügt. Sie begründet ihren Entscheid mit dem eigenen Alter.


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