Das Roots wird zur Blues-Factory

Nachdem Hans Brühwiler aus dem Veranstalterteam der Blues-Konzert-Reihe im «Dance Inn» in Münchwilen ausgestiegen ist, übernimmt Ruedi Laubacher aus Frauenfeld seinen Platz. Er setzt auf den traditionellen Blues.
06. Dezember 2011, 10:21
PHILIPP HAAG

MÜNCHWILEN. Er passt, der Name: Blues-Factory! War der Blues die letzten eineinhalb Jahre in Münchwilen im Roots gespielt worden, wird er ab dem nächsten Jahr in der Blues-Factory zelebriert. Das Konzertlokal bleibt das gleiche, das «Dance Inn» in Münchwilen, das etwas von einer Fabrik hat, was sich ändert, ist der Name. Der Namenswechsel ist auf den Ausstieg von Hans Brühwiler zurückzuführen. Er war der eine Part des Veranstalter-Duos. Gemeinsam mit Urs Stäheli vom «Dance Inn» hatte er die Blues-Konzert-Reihe aufgebaut, war für das Booking der Bands zuständig.

Brühwiler, vielen noch aus seiner Zeit in der Skihütte Oberwangen bekannt, hatte bekannte Namen wie John Lee Hooker Junior oder Terry Evans nach Münchwilen geholt. Zu seinem Ausstieg möchte sich Brühwiler nicht gross äussern. Unterschiedliche Ansichten über das Gastro-Konzept und die Perspektiven der Konzert-Reihe hätten den Ausschlag gegeben. «Wenn man sich nicht mehr einig ist, dann ist es besser, man trennt sich.» Den Namen Roots behält Brühwiler, weil er nicht ausschliesst, «irgendwann wieder etwas auf die Beine zu stellen, wieder einmal Blues-Konzerte zu organisieren».

Das kann es nicht gewesen sein

Trotz des Ausstiegs von Brühwiler war für seinen Partner Stäheli klar, «dass es weitergehen muss.» Zu viel Zeit und Energie – Stäheli spricht von um die 1500 Stunden – hatten er und seine Kollegen in den Umbau des Konzertlokals investiert, um nun einfach aufzuhören. Ausserdem hat er schöne Erfahrungen gesammelt, tolle Konzerte erlebt. Auch passe der Blues bestens ins «Dance Inn». In Ruedi Laubacher konnte er einen ausgewiesenen Blues-Kenner mit ins Boot holen, organisiert er doch im nächsten März zum drittenmal das Blues-Festival in Frauenfeld. Die beiden kennen sich seit längerem, seit über einem Jahr arbeiten sie zusammen, teilen das Netzwerk und die Gästeliste, tauschen Infos aus. «Die Blues-Szene in der Schweiz ist klein, und erst recht jene in der Ostschweiz», meint Laubacher. Stäheli übernimmt denn auch die Bewirtung am Blues-Festival vom nächsten März.

Auf der gleichen Linie

Als die beiden sich bei der Organisation des Frauenfelder Festivals etwas näher kennen lernten, merkten sie, dass sie auf der gleichen Linie liegen, wie Stäheli es ausdrückt. Es lag darum nahe, dass er sich an Laubacher wandte, als es darum ging, einen Nachfolger für Brühwiler zu finden. Laubacher musste denn auch nicht lange überlegen, sagte schnell zu, da er sich sicher ist: «In Münchwilen funktioniert der Blues.» Es spiele keine grosse Rolle, wo ein Konzert stattfinde, glaubt er, entscheidend sei, dass bei einer Konzertreihe eine Kontinuität vorhanden sei und gute Bands auftreten. «Wenn die Qualität der Band stimmt», betont Laubacher, «dann reisen die Besucher auch von weither an.»

Laubacher, bei dem der Blues weit über ein Hobby hinausgeht, bei dem der Blues zu einer Leidenschaft mit über 2000 CDs und dem Besuch von etlichen Festivals im sommerlichen Europa geworden ist, verfügt über gute Kontakte in der Blues-Szene. Darum sei es für ihn auch kein Problem gewesen, für das nächste Jahr ein Programm zusammenzustellen (siehe Kasten). Er setzt auf den klassischen, den traditionellen Blues. Blues-Rock-Konzerte soll es keine mehr geben. Indem die Konzerte jeweils am letzten Donnerstag der Monate, die ein R im Namen haben (beispielsweise Januar, Februar, März, April), über die Bühne gehen, bringen die beiden Veranstalter die von Laubacher geforderte Konstanz in die Veranstaltungsreihe. Nur mit einem Konzept – «Blues am letzten Donnerstag der R-Monate in der Blues-Factory» – und einem Jahresprogramm sei es möglich, Sponsoren zu finden. Ihre Unterstützung sei notwendig, um moderate Eintrittspreise anbieten zu können, sagen Stäheli und Laubacher. Sie reduzieren die Tickets von derzeit 45/48 Franken auf 35. Ausserdem beginnen die Konzerte früher, bereits um 20.30/21 Uhr.

Ein Blues-Eckpfeiler

Die Blues-Factory soll zu einem Blues-Eckpfeiler im Thurgau werden. Das schwebt den beiden Organisatoren vor. Sie streben denn auch eine Leistungsvereinbarung mit dem Kanton an, werden aber auch bei der Gemeinde und ThurKultur um Förderbeiträge nachfragen.


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