Umzug in den Containertrakt

FRAUENFELD ⋅ Bis im Sommer 2019 dauert die Sanierung des Hauptgebäudes bei der Schulanlage Auen. So lange unterrichten die Lehrer ihre Schüler im Provisorium nebenan. Jetzt läuft die Züglete, dass am 8. Januar alles bereit ist.
29. Dezember 2017, 05:21
Samuel Koch

Samuel Koch

samuel.koch

@thurgauerzeitung.ch

Beim Skifahren oder Schlitteln in den Bergen, im Kino oder im Hallenbad: Derzeit befinden sich die Schüler der Schulen Frauenfeld in ihren wohlverdienten Weihnachtsferien. Ferienstimmung herrscht auf der Schulanlage Auen momentan aber nicht, denn dort steht derzeit eine grosse Züglete auf dem Programm.

Kiste mit Schulbüchern um Kiste mit Schulbüchern, Stuhl um Stuhl, Wandtafel um Wandtafel hieven Mitarbeiter eines hiesigen Zügelunternehmens aus dem Hauptgebäude Auen 1 in den Lastwagen vor dem Eingang. Sobald der Laderaum komplett gefüllt ist, geht es rund hundert Meter westlich in Richtung Containertrakt, wo das Material aus dem Lastwagen mit einer Hebevorrichtung ins provisorische Schulgebäude verfrachtet wird. «Noch vor den Ferien bereiteten die Klassen ihr Material nach einem Farbensystem vor, damit im Provisorium dann alles wieder seinen Platz findet», sagt Markus Herzog, Leiter Betrieb der Schulen Frauenfeld.

Drei Etagen, knapp 180 Container, über 270 Fenster

Der Containertrakt, der zwischen Schulgebäude Auen 1 und dem Skaterpark der Kleinen Allmend steht, dient den rund 300 Schulkindern während rund anderthalb Jahren als provisorisches Schulhaus. Damit erfolgt nach dem Spatenstich im vergangenen August nun der eigentliche Startschuss für die Gesamtsanierung der Schulanlage Auen (siehe Infokasten). Von den Gesamtkosten von rund 47 Millionen Franken, die das Stimmvolk deutlich guthiess, betragen die Kosten für das Schulprovisorium rund zwei Millionen Franken. «Wir haben die Arbeiten öffentlich vergeben und eine gute Lösung gefunden», meint Herzog.

Die Zahlen des Trakts, der seit Oktober aufgebaut wurde, sind imposant. Insgesamt reihen sich knapp 180 Container über drei Etagen aneinander. Der Bau misst in der Länge rund 64 Meter und in der Breite knapp 15 Meter. Für Licht im Innern sorgen über 270 Dreh- und Kippfenster, in die Obergeschosse gelangen die Schüler über zwei Stahltreppen. «Es handelt sich um eines der grössten Mietobjekte der Firmengeschichte», sagt Condecta-Verkaufsleiter Erwin Stadler. Einzelne Container-Elemente seien extra für das Frauenfelder Projekt erstellt worden.

Heizung im Winter, Klimaanlage im Sommer

Das Schulprovisorium enthält dutzende Klassenzimmer, Lehrerzimmer, Sanitäranlagen, Informatik- und Werkräume, eine Bibliothek sowie einen Raum für den Mittagstisch. «Der Hauswirtschaftsunterricht findet weiterhin extern in der Migros-Klub-schule, bei den Armbrustschützen Frauenfeld oder der Schulanlage Ost in Felben-Wellhausen statt», sagt Herzog. Klar böten die Schulräume im Provisorium etwas weniger Platz, dafür fehlt es weder an Mobiliar noch an technischen Hilfsmitteln. Im Winter wärmt eine Heizung, im Sommer kühlt eine Klimaanlage. «Ansonsten würde im Sommer das Unterrichtsklima merklich leiden», sagt Herzog. Brennt die Sonne auf den Containertrakt, erhitzt sich die Temperatur im Innern unausweichlich.

Klar, organisatorisch sei das ganze Schulprovisorium ein grosser Lupf. Ebenso unterrichteten Lehrer und lehrten Schüler lieber in richtigen Gebäuden. «Anderthalb Jahre im Provisorium sind aber gut verkraftbar», sagt Herzog. Und laut Schulleiter Claudio Bernold sind auch die Rückmeldungen von Lehrern und Schülern tendenziell positiv.

Bis heute Abend soll sämtliches Material gezügelt sein, wie Betriebsleiter Markus Herzog sagt. Nächste Woche richten die Lehrer zusammen mit Schulleiter Bernold und Hauswart Walter Meier dann die Schulzimmer ein, damit am 8. Januar alles bereit ist, wenn die Schüler aus den Ferien zurückkehren und wieder die Schulbank drücken. Geht bei der Sanierung alles nach Plan, erfolgt im Sommer 2019 die Übung zurück ins frisch sanierte Schulgebäude Auen 1, die laut Herzog etwas weniger umfangreich ausfallen wird. Rund ein Drittel des Mobiliars behält die Schule, «der Rest hat wegen des Alters ausgedient».


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