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Tagblatt Online, 09. März 2011 08:05:00

Luna: 150 000 Franken fehlen

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Leidenschaft fürs Kino: Das Cinema Luna setzt auch in Zukunft auf Studiofilme. Im Bild: Szene aus «La dolce vita» mit Marcello Mastroianni und Anita Ekberg. (Bild: Bild: ky)

FRAUENFELD. Bei der Finanzierung des neuen Cinema Luna hapert es. Jetzt starten die Betreiber des Frauenfelder Studiokinos eine Werbeoffensive. Prominente Schauspieler wie Mathias Gnädiger sollen bei der Geldsuche helfen.

Melissa Müller

Dem Frauenfelder Studiokino Cinema Luna fehlt noch eine Stange Geld. 150 000 Franken sind noch nötig, um den Innenausbau der zwei neuen Kinosäle am Bahnhof fertigzustellen.

Seit Monaten sind Kinoprogrammchef Christof Stillhard und Luna-Geschäftsführer Kaspar Widmer daran, Geld für das 980 000-Franken-Projekt aufzutreiben. Der Frauenfelder Anwalt Robert Fürer hilft bei der Sponsorensuche. Dennoch ist die Restfinanzierung ins Stocken geraten.

Promis an der Eröffnung

Jetzt starten Stillhard und Widmer eine Werbeoffensive: Sie setzen auf prominente Persönlichkeiten aus der Schweizer Filmszene. Schauspieler und Künstler wie Mathias Gnädiger, Pipilotti Rist und Stefan Gubser verstärken das regionale Patronatskomitee und sollen an der Eröffnung anwesend sein.

«Ausserdem suchen wir sogenannte Silber-Sponsoren: Firmen und Private, die mindestens 2500 Franken spenden», sagt Kaspar Widmer.

Als Gegenwert bekommen die Sponsoren eine eigene Vorabend-Vorstellung für sich und ihre Gäste, etwa für einen Firmenanlass.

Zur Not gute Freunde fragen

Das neue Cinema Luna kommt insgesamt auf fast eine Million Franken zu stehen. Das Teuerste daran ist der technische Innenausbau, der 350 000 Franken kostet.

Was passiert, wenn die Filmfreunde das Geld trotzt aller Anstrengungen nicht beschaffen können? «Dann müssen wir Darlehen bei unseren Freunden und Bekannten aufnehmen», sagt Geschäftsführer Kaspar Widmer. Entsprechende Vorgespräche mit Privaten habe man bereits geführt.

Am Anfang, im Jahr 2009, schien alles beim Besten: Die Stadt Frauenfeld, deren Stadtammann Carlo Parolari ein bekennender Filmfan ist, sprach 240 000 Franken, der Kanton 200 000 Franken aus dem Lotteriefonds.

Die Sia Abrasives, deren CEO Roland Eberle ebenfalls als Filmfan gilt, stiftete ohne Wimpernzucken 10 000 Franken.

Erst drei Firmen machten mit

Von dieser Gabe beflügelt, schrieben die Frauenfelder Filmfreunde 30 Firmen in und um Frauenfeld an. Zwei Firmen zeigten sich grosszügig und zahlten Beträge im fünfstelligen Bereich: Die Credit Suisse und Witzig The Office Company.

Das Café Hirt im Rhyhof habe grosszügigerweise die Unterbringung von auswärtigen Arbeitskräften während des Umbaus zugesichert.

Kinosessel für 1000 Franken

Bei der Geldsuche mangelte es nicht an Ideen. Das Luna-Team rief auf, sich für 1000 Franken symbolisch einen Kinosessel zu sichern. Das trug dem Kino-Team 120 000 Franken ein.

Zusätzlich haben die Frauenfelder Kinobetreiber auf ihrer Homepage einen Wunschzettel erstellt. Dort kann man schon mit kleinen Beträgen helfen, indem man zum Beispiel ein Weinglas, eine Zuckerdose oder einen Filmprojektor mitfinanziert. So kamen weitere 38 745 Franken zusammen.

Architektin verzichtet auf Geld

Zugleich profitiert das Cinema Luna vom Goodwill einiger involvierter Unternehmen, die grosszügige Rabatte gewähren.

Raphael Tanner, der die Überbauung Lindenpark neben der alten Tanner-Villa realisiert hat, liess den Kino-Rohbau erstellen. Er gewährt dem Cinema Luna einen für die zentrale Lage entgegenkommenden Mietzins.

Architektin Astrid Staufer vom renommierten Frauenfelder Büro Staufer & Hasler ist für den Innenausbau verantwortlich. Sie hat bereits das Kino Riffraff in Zürich gestaltet.

Ihre Begeisterung ist so gross, dass sie zugunsten des Cinema Luna auf eine Summe im fünfstelligen Bereich verzichtet.

Rohbaubesichtigung geplant

«Wir hoffen, dass wir mit Prominenz Stimmung machen können. Und dass die Leute auch eher spenden, wenn sie die Baufortschritte sehen», sagt Widmer. An einer öffentlichen Baustellenbesichtigung am 26. März kann man sich schon einmal ein Bild machen und den Rohbau hinter dem Bahnhof besichtigen.





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