«Lache isch gsund»

WARTH-WEININGEN ⋅ Seit 40 Jahren steht Kliby mit seiner Caroline erfolgreich auf der Bühne. Lachen und Freude bereiten ist für ihn Medizin, darum kann er noch nicht ganz auf Applaus und Gelächter verzichten.
20. November 2017, 07:17
Christine Luley

Kliby zieht auch heute noch. 270 Personen haben sich in der Wei­ninger Mehrzweckhalle eingefunden. «Halli, hallo, wie geht es euch?», begrüssen Kliby und Caroline. «Guet», schreien die Kinder. «Sind das «Schnudergofen?» «Nein!» Der Bauchredner hat mit den «schnusigen Gofen» sein Publikum in der Tasche.

Jedes Jahr im November lädt der Verschönerungsverein Warth-Weiningen zu einem Anlass für Kinder ein. Thomas Held, der Organisator, kennt Kliby und Caroline aus seiner Jugend und seine eigenen Kinder hören wiederum begeistert die «Lach-Hits» auf CDs. «Der Teleboy war damals Kult, ich habe aber Kliby nie live gesehen, darum bin ich jetzt da», sagt eine Besucherin. «Wir wollten den Kindern zeigen, worüber wir vor 30 Jahren gelacht haben», erklärt ein Paar.

Fröhliche Gesichter

In der Garderobe stimmt sich Kliby ein, summt und trinkt ein Glas Wasser. Seine Stimme ist etwas beeinträchtigt und er greift zu blauen Halszeltli. Während des Auftrittes wird von der Erkältung kaum etwas zu merken sein. Caroline hängt friedlich über einer Stuhllehne. Ruth, Klibys Ehefrau, hat die Handpuppe selber genäht und verrät, dass immer ein Ersatz dabei ist, sollte das Eseli es mal zu bunt treiben.

«Lache isch gsund», das Lied vom Grand Prix der Volkmusik von 1989 hat Kliby verinnerlicht. «Nimm’s mit Humor, nimm dir das vor und scho hesch wieder frische Muet.» Der Bauchredner versprüht gute Laune und das tut ihm gut.

Gesundheitlich hat Kliby in den vergangenen 13 Jahren einiges einstecken müssen, zwei Schlaganfälle, eine Tumorentfernung und im Sommer 2016 erhielt er vier Bypässe. Auch seine Frau wurde mit negativen Dia­gnosen konfrontiert und hat die Eingriffe erfolgreich überstanden. «Es geht mir gut», sagt Ruth Kliby und lächelt ihren Mann an. Das Paar ist seit 40 Jahren verheiratet.

Am 24. Dezember feiert Kliby seinen 67. Geburtstag. Noch ist der Ruhestand nichts für ihn. Er könne nicht einfach zu Hause herumsitzen. «Ich freue mich, die Leute zum Lachen zu bringen.» Er brauche das. Pro Woche nimmt er noch immer ein bis zwei Auftritte wahr.

Bei einigen Stücken lachen vor allem die Erwachsenen. Die Kinder setzen vielfach andere Schwerpunkte. Schreien voller Inbrunst «Nein», wenn die ungezogene Caroline einen Kaugummi unter den Tisch kleben will. Zum Abschluss bittet Kliby die Kinder auf die Bühne und eine bunte Schar singt lautstark: «Schön isch äs gsi.»

Christine Luley

frauenfeld@thurgauerzeitung

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