Die alten Mocken sind draussen

LANGWIESEN ⋅ Das Motorschiff Schaffhausen der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein erhält einen neuen Antrieb. Für den Ersatz schiessen die Kantone Schaffhausen und Thurgau Geld vor.
25. Oktober 2017, 07:27
Thomas Güntert

Thomas Güntert

unterseerhein@thurgauerzeitung.ch

Seit einer Woche liegt das Motorschiff (MS) Schaffhausen in der Werft in Langwiesen im Trockenen und wird technisch auf den neuesten Stand gebracht. Die 50 Meter lange und über neun Meter breite MS Schaffhausen ist mit 365 Sitzplätzen das Flaggschiff der Schifffahrtsgesellschaft Untersee und Rhein (URh).

Neue Motoren mit mehr Leistung

«Die Motoren sind nach 47 Jahren an ihre Grenzen gekommen und für das Steuerungssystem bekommt man keine Ersatzteile mehr», bemerkte der URh-Geschäftsführer Remo Rey bei der Medienorientierung gestern. Die beiden jeweils zwei Tonnen schweren und 256 Kilowatt starken Dieselmotoren werden durch zwei 368-Kilowatt-Motoren ersetzt. Einer der beiden alten Motoren wird als Ersatzteilspender behalten, der andere soll verkauft werden. In einer ersten Etappe wurden schon die Stromversorgung komplett lahmgelegt und sämtliche Flüssigkeitssysteme entleert. Werftleiter Herbert ­Rispy bemerkte, dass der Einbau der neuen Schiffsmotoren der geringere Teil der Umbauarbeiten ist und vom Maschinenraum bis ins Steuerhaus zahlreiche Kleinbaustellen verteilt sind. Die Antriebe und der gesamte elektronische Bereich werden ausgetauscht und es gibt auch einen neuen Radarbildschirm. Zudem müssen Sicherheits- und Brandschutz­einrichtung angepasst werden.

Anspruchsvolle Schiffselektrik

Die Elektroversorgung, die bisher über ein Akkuzellenpaket mit sechs Lastwagenbatterien bewerkstelligt wurde, muss künftig getrennt sein. Es gibt einen Batteriesatz für den Starterstrom und einen Batteriesatz für die Navigation. «Wenn ein Generator nicht mehr läuft, geht alles über Batteriestrom», bemerkte Rispy. Im Verbrennungsraum wird zudem eine Löschanlage installiert. Für die Umbauarbeiten werden rund 4200 Arbeitsstunden benötigt. Die Arbeiten erfolgen überwiegend durch das in verschiedenen Bereichen ausgebildete Personal, das im Sommer auch als Kapitän, Maschinist oder Matrosen an Bord Dienst tut.

Bis Mitte März sollten die Arbeiten abgeschlossen sein, damit der Testbetrieb und die Abnahme durch das Bundesamt für Verkehr, Abteilung Schifffahrt, erfolgen kann. Erst dann darf das Schiff wieder fahren. Im April 2018 wird die «Schaffhausen» mit neuen Motoren und neuer Technik wieder auf Rhein und Untersee unterwegs sein. Auf die Mannschaft kommen einige Veränderungen bezüglich Betrieb und Wartung zu, für die Passagiere bleibe alles beim Alten.


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