Regentanz am Kreismusikfest

HÜTTWILEN. In Hüttwilen fand am Sonntag das Kreismusikfest mit 1500 teilnehmenden Musikern aus 27 Vereinen statt. Der Besucherandrang war gross. Doch die Strassenparade am Nachmittag fiel teilweise leider ins Wasser.
04. Juni 2012, 07:54
SEVERIN SCHWENDENER

Wären die 27 Vereine aufmarschiert, um in Zeiten grosser Dürre Regentänze aufzuführen und Niederschlag herbeizuspielen: sie hätten Bestnoten verdient. So aber musste nüchtern festgestellt werden, dass das Wetter einigen der Vereine, die sich auf eine prächtige Strassenparade vorbereitet und gefreut hatten, einen dicken Strich durch die Rechnung machte. Nach rund einer Stunde setzte nämlich von Westen her Regen ein, der rasch so stark wurde, dass die Parade und damit der Wettbewerb abgebrochen werden musste.

Standortbestimmung für 2014

Allerdings war die Strassenparade nur ein Teil des umfangreichen Programms der Kreismusiktage. Die Musikgesellschaften Uesslingen und Eschenz hatten nämlich nach Hüttlingen geladen, damit die Vereine vor Publikum eine Standortbestimmung durchführen konnten. Dies im Hinblick auf das 2014 in Müllheim stattfindende kantonale Musikfest.

Am Vormittag spielten in der reformierten Kirche und in der Mehrzweckhalle die Vereine in rascher Folge vor zahlreichem Publikum und vor Juroren. Danach wurden die Aufführungen besprochen, was den Gruppen wertvolles Feedback von Experten gab. Da es keine Bewertung und keine Rangliste gab, wurde explizit auch zu musikalischen Experimenten aufgerufen. Zum Vorteil des Publikums, das so in den Genuss höherklassiger Musik kam.

Dem offiziellen Teil der Kreismusiktage wohnte viel Prominenz bei: So waren neben Nationalratspräsident Hansjörg Walter auch der Präsident des Grossen Rates, Ulrich Müller, sowie Regierungspräsidentin Monika Knill als Ehrengäste anwesend. OK-Präsident Hans-Peter Wägeli betonte in seiner Ansprache die soziale Komponente der Musik. Beim Musizieren könne man die Sorgen des Alltags vergessen, zudem würden Jung und Alt gemeinsam etwas erarbeiten. «Was wäre die Welt ohne Musik?», fragte Wägeli rhetorisch das voll besetzte Festzelt.

Rechsteiner rief zum Urnengang

Ins gleiche Horn stiess auch Urs Rechsteiner vom Kantonalen Musikverband. Die Kreismusiktage dienten neben dem Wettbewerb auch dem Austausch, der sozialen Interaktion und dem Fachsimpeln. Rechsteiner nutzte die Gelegenheit, auf die Abstimmung über den Verfassungsartikel zur Musikbildung hinzuweisen. «Wem die Musik wichtig ist, der geht an die Urne!»

Für das zahlreich erschienene Publikum zeigte sich an den zahlreichen Darbietungen in den Konzerträumen, im Festzelt und auf der Hauptstrasse, dass sich in den Musikvereinen des Thurgaus nicht nur eine Vielzahl von Begeisterten aktiv engagiert, sondern auch, dass dabei Musik auf hohem Niveau gespielt wird.


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