Kantischüler brauchen ein iPad

Ab dem Frühlingssemester des nächsten Jahres wird die Kantonsschule Frauenfeld vermehrt iPads im Unterricht einsetzen. Damit führt die Schule den Auftrag des Kantons aus, die Informatikkompetenz der Schüler zu erhöhen.
17. Mai 2013, 01:39
RAHEL HAAG

FRAUENFELD. Vor zwei Jahren startete an der Kantonsschule ein Versuch mit iPads. «Wir haben in diesem Zusammenhang gute Erfahrungen gemacht», sagt Rektor Hanspeter Hitz. Diese Geräte seien von der Schule zur Verfügung gestellt worden. Das wird sich im nächsten Schuljahr ändern. «Nach der Probezeit, im Februar 2014, wird sich jeder Schüler, der die erste Klasse des Gymnasiums besucht, ein iPad anschaffen.»

Die Kantonsschule Frauenfeld vereint unter ihrem Dach vier Abteilungen: das Gymnasium sowie die Fach- (FMS), Handels- (HMS) und Informatikmittelschule (IMS). Insgesamt 850 Schüler gehen dort ein und aus, und sie alle besuchen den Informatikunterricht. «Unsere Informatikräume sind voll ausgelastet», sagt Hitz an der Pressekonferenz von gestern. Das mache es schwierig, Informatikmittel auch in anderen Fächern einzusetzen.

Tablets bieten viele Vorteile

Auch nach Anschaffung von Laptops habe sich diese Situation nicht merklich verbessert. «Wenn eine Lehrperson die Laptops einsetzen will, müssen diese vorher reserviert werden. Es ist aufwendig, die auf einem Wagen deponierten Geräte ins Klassenzimmer zu bringen, den Schülern zu verteilen und am Ende der Lektion wieder einzusammeln», sagt Hitz. Da liegen die Vorteile von Tablets auf der Hand: «Diese sind leicht, passen in jede Schultasche und sind dadurch jederzeit verfügbar.»

Auf die Schüler oder wohl eher die Eltern werden durch der Anschaffung des iPads Kosten von rund 500 Franken zukommen. «Wir haben die Eltern der Schüler, die zur Aufnahmeprüfung angetreten sind, bereits mit einem Brief informiert», sagt Hitz. Reaktionen habe es bisher keine gegeben. Nur die jetzigen Schüler hätten reagiert und sich beklagt, dass auch sie Teil des Projekts sein wollten. «Ein Jahr später werden wir voraussichtlich auch die Schüler der FMS und HMS mit einbeziehen.» Wie man in den Klassen der IMS verfahren wolle, sei noch offen. «Diese Schüler haben andere Bedürfnisse.»

iPad ersetzt Taschenrechner

Die Anschaffung von iPads soll jedoch nicht nur Kosten verursachen, sondern sorge dafür, dass an anderen Orten Geld eingespart werden könne. Beispielsweise gebe es auf dem iPad bereits einen Taschenrechner. «Bisher mussten unsere Schüler einen Taschenrechner für rund 200 Franken kaufen», sagt Prorektor Stefan Casanova. Zudem müsste nicht mehr jedes Buch angeschafft werden. «Die Bücher werden natürlich nicht verschwinden, doch viele Lehrmittel sind auch in digitaler Form erhältlich oder werden teilweise durch günstige Apps ersetzt», sagt Casanova.

Sollte eine Familie nicht in der Lage sein, das Geld für das Tablet auf einen Schlag aufzubringen, springt die Schule ein. «In diesem Fall würden wir die Kosten übernehmen und die Eltern könnten das iPad in Raten abbezahlen», erklärt Hitz. Man habe sich aber bewusst dafür entschieden, jeden Schüler ein eigenes Gerät anschaffen zu lassen. «Auf diese Weise tragen die Schüler mehr Sorge zu ihrem Tablet», sagt Casanova. Zudem könne das Gerät dann auch für private Zwecke genutzt werden, fügt Hitz an.

Austausch mit anderen Schulen

Auch an anderen Schulen, wie im Kanton Zürich, seien Tablets im Einsatz. «Wir tauschen uns regelmässig über die Erfahrungen aus», sagt Hitz. Eine konkrete Absprache gebe es jedoch nicht. Deshalb würden auch regelmässig Besuche gemacht, um sich selbst einen Eindruck zu verschaffen. «Ich denke aber, mit unserem Projekt sind wir an der Front dabei.»


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