Handwerker-Zelt ist Geschichte

FRAUENFELD ⋅ Am Donnerstag öffnet die Thurgauer Frühjahrsmesse zum 41. Mal ihre Tore. Heuer liegt der Fokus der Messeleitung auf der Gastronomie. Mit den Handwerkern konnte man sich nicht mehr einigen.
21. März 2017, 07:04
Samuel Koch

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

«Bach und choch Di in Früälig.» Die Thurgauer Frühjahrsmesse, die am Mittwoch zum 41. Mal im Beisein von geladenen Gästen offiziell eröffnet und am Donnerstag den Besuchern erstmals die Türen öffnet, hat sich neu ausgerichtet. «Die Besucher sollen viele neue Erlebnisse mit nach Hause nehmen», sagt Sandro Keller, Geschäftsführer der FVF Messe-Event AG. Nebst den zahlreichen Ständen in den fünf Messehallen bietet die Eventhalle mit zwei überdimensionalen Showküchen die Chance zum Selbermachen.

Die neue Ausrichtung goutieren nicht alle. Das Handwerkerzelt, in welchem im vergangenen Jahr erstmals lokale Handwerkbetriebe ihre Arbeiten ausstellen und präsentieren konnten, gibt es heuer nicht mehr. «Wir waren uns eigentlich schon einig», sagen Pascal Aemisegger und Peter Thalmann unisono im Namen aller Handwerk-Betriebe. Die Messeleitung habe sich nicht an bereits unterschriebene Verträge gehalten, heisst es seitens der Handwerker. Mitte Januar sei die Liaison nach zweimaligem Verhandeln definitiv auseinandergegangen, obwohl die Pläne bereits ins Detail gingen. «Plötzlich hatte die Messe nur noch einen Eingang, unsere Halle keinen Zugang zur Eventhalle, und der Standort der Halle war anderswo», sagen die Handwerker, die ursprünglich auf eine langfristige Zusammenarbeit zielten. «Wir wollten der Messeleitung helfen, dass die Frühjahrsmesse in Zukunft nicht noch kleiner wird.»

Die ganze Angelegenheit sei sehr schade, auch weil sie die Zusammenarbeit vom Vorjahr als «gelungen» bezeichnen. Jetzt schauen sich die Handwerker aus der Region Frauenfeld auch ausserkantonal um. Von bösem Blut wollen sie aber nichts wissen, die Entscheidung der Messeleitung sei zu akzeptieren.

Bei Finanzen weichen beide Parteien aus

«Wir haben uns leider nicht mehr gefunden», bestätigt Messeleiter Sandro Keller auf Anfrage. Er habe eine Offerte gemacht, und man sei sich nicht einig geworden. Mehr möchte er dazu nicht sagen, ausser dass seine Türen für die Zukunft jederzeit für alle Gewerbler offen stünden. Die Frühjahrsmesse sei ein Ort für das lokale Gewerbe gewesen und werde es auch immer sein. Bei der Frage, ob man sich finanziell nicht gefunden habe, weichen sowohl Keller als auch die Handwerker aus. Bis zur Eröffnung sind Keller und sein Team noch mit dem Feinschliff beschäftigt. An der Seite von regionalen Spitzenköchen wie Frank Brüllhardt vom Restaurant Kreuz in Warth oder Werner Inauen von der «Mühli» Matzingen können die Besucher die Kochlöffel schwingen. Tortenbacken für und mit Kindern, Cocktails mixen ohne Alkohol oder die Kraft der Frühlingskräuter: Täglich können sowohl in der Backstube als auch in der Regio-Küche in der Eventhalle Kurse besucht werden.

Nebenbei sorgt ein abwechslungsreiches Rahmenprogramm für Unterhaltung (siehe Kasten). Und erstmals gilt eine Tageskarte für sämtliche Messetage. Sollte das Wetter mitmachen, rechnet Keller in den vier Tagen mit rund 20000 Besucherinnen und Besuchern.


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