Grün erhält Gold

FRAUENFELD ⋅ Der Murg-Auen-Park ist gestern Abend vom «Hochparterre» für seine Landschaftsarchitektur prämiert worden. Sowohl der Gesamtprojektleiter als auch die Stadt zeigen sich erfreut über die Auszeichnung.
07. Dezember 2016, 07:18
Samuel Koch

Samuel Koch

samuel.koch@thurgauerzeitung.ch

Hasen hoppeln darin nicht. Und trotzdem hat der Murg-Auen-Park seit gestern Abend einen – und zwar aus Gold. Der Verlag Hochparterre für Architektur, Planung und Design hat den städtischen Park in der Sparte Landschaftsarchitektur mit dem «Goldenen Hasen» ausgezeichnet. «Verdichten setzt Grünräume unter Druck. Umso wichtiger ist es, bestehende Freiflächen rechtzeitig zu sichern», liess die Jury an der gestrigen Preisverleihung im Zürcher Toni-Areal zum Frauenfelder Siegerprojekt verlauten.

Der rund 44000 Quadratmeter grosse «grüne Finger» biete Stadtbewohnern einerseits einen Ausflug in die Natur, andererseits würden Tiere und Pflanzen Lebensräume finden, wie etwa die seit 2007 schweizweit geschützte Nase. Und auch die Murg habe ein ausgeweitetes Bachbett, das der Dynamik des Flusses Rechnung trägt, streicht die Jury heraus. Für sie gehört primär Thomas Hasler zu den Gewinnern. Der Architekt von Staufer & Hasler «hat die Behörden früh auf das aufgegebene Armeegelände in Zentrumsnähe hingewiesen, lobbyierte und setzte sich für eine Umnutzung zum offenen Stadtpark ein». Er sei ein Planungspionier, der «mit Fingerspitzengefühl sorgfältig die einzelnen Projektteile verknüpfte und den Mix aus Landschaftsarchitektur, Infrastrukturplanung, Architektur, Hochwasser- und Naturschutz orchestrierte».

Mitwirkung von verschiedenen Beteiligten

Thomas Hasler zeigt sich stolz und erfreut ob des Preises, gibt aber die Blumen auch weiter: «Der Murg-Auen-Park ist nicht nur mein Verdienst.» Für die vom Hochparterre ausgezeichnete «interdisziplinäre Umsetzung» vom einstigen Masterplan hin zur Eröffnung des Parks 2015 habe es auch die Mitwirkung verschiedener Planer, der städtischen und kantonalen Ämter sowie der Bevölkerung benötigt. «Es braucht die richtigen Leute am richtigen Ort.» Für Hasler zeichnet der Park vor allem die Kombination zwischen Natur und Gestaltung aus, aber auch dass er als zentrumsnaher Erholungsraum für den Menschen dient. «Er ist wild, aber auch begehbar und somit eine optimale Mischform», sagt Hasler. Die Zeitschrift «Hochparterre» gehört für ihn zu einem der grossen drei Schweizer Architekturmagazine. «Es findet breite Beachtung, berichtet aktuell, aber auch kritisch», sagt er. Und weil es aktuelle Debatten aufnehme, gelte es quasi als «Blick» der Architekturbranche. Innere Verdichtung sei genau eine solche Debatte, «und die wird uns noch länger beschäftigen», ist Hasler überzeugt.

«Auszeichnung gehört auch den Frauenfeldern»

Auch die Stadt Frauenfeld freut sich über den Preis. «Es ist eine Auszeichnung, die ein bisschen allen gehört», sagt Stadtrat Ruedi Huber als Vorsteher Werke, Freizeitanlagen und Sport. Das Frauenfelder Stimmvolk habe mit der Abstimmung im November 2011 die richtigen Weichen gestellt, weshalb auch diesem Dank und Anerkennung gebührt. «Selbst einige damalige Kritiker sind heute erfreut über das Naherholungsgebiet», ergänzt Huber. Der Park sei über die Jahre ein bisschen zu seinem «eigenen Kind» geworden, obwohl er ursprünglich der Feder seines Vorgängers Werner Dickenmann entsprungen ist. Heute freut er sich, wenn er im Rahmen eines Kontrollgangs durch den Murg-Auen-Park spazieren und einige Minuten «verschnaufen und auftanken» kann – mit oder ohne Hasen, die herumhoppeln.

«Hochparterre»

Ab heute ist die Dezember-Ausgabe der Zeitschrift «Hochparterre» im Handel. Exemplare können auch auf verlag@hochparterre.ch bestellt werden.


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