Die Kleinsten im Zirkus ganz gross

STECKBORN. «Ächt schwiizerisch» geht es in der Manege des Zirkus Stey zu. Deshalb gibt es Nummern mit dressierten Kühen, Pferden und Ziegen. Auch ein Alphorn schafft es in die Manege. Premiere ist am 21. März in Steckborn.
14. März 2015, 09:45
GUDRUN ENDERS

Der Zirkus kommt. Beim Steckborner Seeschulhaus wird schon aufgebaut. Im Winterlager in der Bonau dagegen bricht Familie Stey die Zelte nach und nach ab. Bis Mitte Oktober fährt der Zirkus Stey mit seinen 60 Fahrzeugen durch die Ostschweiz, Innerschweiz und den Aargau. In 50 Städten und Dörfern macht der Schweizer Traditionszirkus Halt. Los geht es wie gewohnt in Steckborn, in diesem Jahr am 21. und 22. März. Zur Premiere spielt die Brass Band Hörhausen, denn Familie Stey wohnt im Winter dort auf dem Seerücken.

Familie voll engagiert

Für den 38jährigen Martin Stey ist es die fünfte Saison, die er als Direktor verantwortet. Er setzt auch dieses Mal wieder auf Dressuren mit Haustieren. Seine Frau Mia Arnoso-Stey aus den USA hat eine neue Nummer mit Ziegen einstudiert. Das gemeinsame Töchterchen Simone ist inzwischen zwei Jahre alt und liebt Pferde. «Sie reitet auf allen», sagt der stolze Vater und deutet auf die fünf Shetlandponies. Er probiert nun in den nächsten Tagen aus, wie er die Nachwuchs-Artistin in seine Dressur-Nummer einbauen kann.

Auch die kleinsten Pferde der Welt eignen sich für Simone. Martin Stey hat die Hengste Blacky und Pumuckl erworben und freut sich, eine Dressur mit den amerikanischen Mini-Pferden dem Publikum vorzustellen. Die Tiere sind rund sechs Jahre alt und längst dressiert. Stey drehte sich ein Anleitungsvideo bei der Vorführung der Tiere, um mit ihnen so zu arbeiten, wie sie es gewöhnt sind. Dabei gebe es nur wenig Variationen in den Befehlen oder Gesten. Dennoch ist es ihm zum Beispiel wichtig, dass er die Peitsche so hält, wie es die Tiere von ihrem ersten Lehrmeister gewohnt sind.

Tiernummern haben ihren Preis

Für Direktor Stey wird es zunehmend schwieriger, Tiernummern für eine Saison zu engagieren. Kauft er solche Nummern aus dem Ausland ein, muss der Artist pro Tier eine gewisse Summe beim Zoll hinterlegen. Da könnten schon einmal 15 000 oder 20 000 Franken als Sicherheit beim Zoll deponiert werden, bevor der Artist mit seinen Tieren überhaupt seinen ersten Auftritt habe, sagt Stey. Doch es hat geklappt: In dieser Saison stellt der deutsche Renardo Spindler eine Nummer mit sechs dressierten Kühen vor.


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