Der Artist ist auch Lastwagenfahrer

«Ächt schwiizerisch» ist der Titel des diesjährigen Programms des Zirkus Stey, der ab heute bis Sonntag auf dem Frauenfelder Marktplatz gastiert. Die Artisten stellen nicht nur in der Manage ihren Mann, sondern auch beim Zügeln des Chapiteau.
09. Oktober 2015, 07:57
MARION WEHRLI

FRAUENFELD. Am Donnerstagmorgen herrschte ein reges Treiben auf dem Marktplatz in Frauenfeld. Zeltplanen lagen herum und Angestellte waren gerade dabei, das Zeltgerüst aufzubauen. Denn ab heute bis am Sonntag ist der Zirkus Stey zu Gast in Frauenfeld.

Mit ihrem aktuellen Programm «ächt schwiizerisch» ziehen sie Aufmerksamkeit auf sich. Dies liegt vor allem an der Hauptattraktion, den sechs Holsteiner Kühen, die dieses Jahr mit dem Zirkus Stey mitreisen. «Das Motto <ächt schwiizerisch> haben wir gewählt, um ein Gegenstück zu den Programmen der anderen Zirkusse zu bieten», sagt Tim Thomsen, Mediensprecher des Zirkus. «Wir wollten etwas Neues, etwas womit wir uns von unseren Mitbewerbern abheben. Die meisten Zirkusse legen in ihren Programmen den Schwerpunkt auf Internationales. Wir wollten zeigen, dass auch Schweizerisches interessant ist.»

Darum hat der Zirkus nebst den Kühen noch dressierte Ziegen oder einen Clown, der auf einem Alphorn spielt.

Dankbares Publikum

Auf das Wochenende in Frauenfeld haben sich die Artisten gefreut. «Wir waren schon vor zwei Jahren in Frauenfeld und haben hier ein dankbares und aufgeschlossenes Publikum angetroffen. Deshalb hoffen wir auch in diesem Jahr auf positive Reaktionen», sagt Thomsen.

Was an dem Besuch auch besonders sei, ist die gute Zusammenarbeit mit der Stadt. «Wir sind dankbar, dass die Stadt Frauenfeld uns einen zentral gelegenen Platz zur Verfügung stellt. Denn so ist der Zirkus mit den öffentlichen Verkehrsmitteln gut zu erreichen und wird von den Leuten auch gesehen», sagt Thomsen.

Tag für Tag etwas Neues

Das Leben als Artist beschreibt Thomsen als vielfältig und abwechslungsreich. Man treffe jeden Tag auf andere Leute und habe die Möglichkeit, verschiedene Orte zu entdecken. Ausserdem warten immer neue Herausforderungen. Arbeite man beispielsweise am einen Tag in der Manege, so fahre man am nächsten Tag mit dem Lastwagen raus oder erledige Büroarbeit. «Man gerät nie in einen Alltagstrott», sagt er.

Dennoch hat das Zirkusleben auch negative Seiten. «Ferien machen wir einmal im Jahr, vom 10. bis zum 20. Januar. Danach beginnen wir mit der Planung für die nächsten Vorstellungen. Doch kaum bin ich drei Tage weg, mache ich mir schon wieder Gedanken zur kommenden Saison», sagt Thomsen. Auch Familienfeiern wie Geburtstage und Hochzeiten können nicht spontan veranstaltet werden, sondern müssen mindestens ein halbes Jahr im Vorhinein geplant werden, um sicherzustellen, dass an diesem Tag keine Vorstellung stattfindet. Das liegt auch daran, dass viele von Thomsens Verwandten ebenfalls in einem Zirkus tätig sind.

Bald Saisonende

Der Zirkus Stey hat dieses Jahr nicht mehr viele Vorstellungen. Nach Frauenfeld besucht der Zirkus nur noch Tägerwilen und Weinfelden, bevor er dann Ende Oktober sein Winterquartier in der Bonau bezieht.


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