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Tagblatt Online, 23. Dezember 2009 01:02:04

«Wir sind attraktiver geworden»

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Heidi Grau ist vom Weg, den die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf beschreitet, überzeugt. (Bild: Bild: Georg Stelzner)

ZIHLSCHLACHT-SITTERDORF. Gespräch zum Jahreswechsel – heute mit Gemeindeammann Heidi Grau. Zihlschlacht-Sitterdorf blickt auf ein eher ruhiges Jahr zurück. Gleichwohl war es für die Gemeinde eine Zeit, in der diverse Themen Gesprächsstoff lieferten.

GEORG STELZNER

Auf einer Skala von 1 (katastrophal) bis 10 (grandios) würde Heidi Grau das Jahr 2009 aus Sicht der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf mit einer 8 bewerten, obschon die ganz grossen Höhepunkte diesmal gefehlt hätten. Zu ihrer ausgesprochen positiven Einschätzung kommt Heidi Grau aufgrund anderer Kriterien: «Wir sind von schweren Unglücksfällen verschont geblieben, haben eine rege Bautätigkeit festgestellt, und es sind hier Gewerbebetriebe angesiedelt, die mit der Auftragslage im grossen und ganzen trotz Krise zufrieden sein können.»

Prägende Erlebnisse

Für sie persönlich sei 2009 aber kein durchschnittliches Jahr gewesen, betont die 51-Jährige. Eine schwere Krankheit, die sie einen Monat ausser Gefecht setzte, von der sie inzwischen aber völlig genesen ist, und die Kandidatur für das Amt des Amriswiler Stadtammanns kamen in ihrem Lebenslauf als weitere Marksteine hinzu.

«Beide Ereignisse haben mir vor Augen geführt, wie sehr man an meinem persönlichen und beruflichen Schicksal Anteil nimmt», sagt Heidi Grau. So habe sie sich während ihrer Erkrankung sowohl auf die Gemeindeverwaltung als auch auf den Gemeinderat uneingeschränkt verlassen können. Und die Reaktion von Einwohnern nach der verlorenen Stadtammannwahl habe die Enttäuschung mehr als wettgemacht.

«Wenn mir Leute zu verstehen geben, dass sie meinen Weggang aus Zihlschlacht-Sitterdorf bedauert hätten, dann motiviert mich das zusätzlich.» Den Wahlkampf selbst habe sie als spannende, bereichernde Zeit erlebt.

Solidarbeitrag der Gemeinde

Was die Finanzen anbelangt, stand das Jahr 2009 in der Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf unter einem besonderen Stern. Die grosse Frage war, ob die Senkung des kommunalen Steuerfusses um 15 Prozentpunkte positive Auswirkungen haben würde. Heidi Grau ist von der Richtigkeit der Massnahme überzeugt. Die steuerliche Entlastung sei zum passenden Zeitpunkt gekommen. «Die Gemeinde ist 2009 noch attraktiver geworden – aber nicht nur wegen des tieferen Steuerfusses», erklärt Grau und verweist auf die zunehmende Zahl an erteilten Baubewilligungen für Einfamilienhäuser. Vor zwei Jahren habe man drei Einfamilienhäuser bewilligt, heuer hingegen schon elf. Dazu komme ein Baugesuch für ein Mehrfamilienhaus.

Für die Entwicklung Sitterdorfs sei von Bedeutung, dass das Wohngebiet Langäcker West nun erschlossen sei und bei der Landumlegung im Ifang ein grosser Fortschritt erzielt worden sei. Im nächsten Jahr, so Grau, könne man damit beginnen, auch dieses Baugebiet zu erschliessen.

Das Ansteigen der Steuerkraft hat laut Heidi Grau zur Folge, dass die Politische Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf im Jahr 2010 erstmals etwas in den Topf für den Finanzausgleich wird einzahlen müssen. Grau beziffert den budgetierten Beitrag mit 50 000 Franken, räumt aber ein, dass die Summe auch höher sein könnte.

Antenne als heisses Eisen

Zihlschlacht stand 2009 weitgehend im Banne der Diskussion über den geeigneten Standort für eine Mobilfunkantenne. Gemäss Heidi Grau müssen noch vier Einsprachen behandelt werden.

Der Kanton sei jetzt am Zug. «Ich bin überzeugt, dass die ins Auge gefasste Variante am Waldrand bezüglich Strahlung und Abdeckung die beste ist, und auch das Gros der Bevölkerung sieht das wohl so.» Heidi Grau hofft, dass diese Standortfrage kein Dauerbrenner wird, sondern im ersten Halbjahr 2010 beantwortet werden kann.

Werkhof und Feuerwehrdepot

Im neuen Jahr werde man sich vermehrt dem Strassen- und Kanalunterhalt widmen, erklärt Grau. So sei vorgesehen, die erste Sanierungsetappe für jene Strasse in Angriff zu nehmen, die Blidegg und Degenau verbindet. Die Erschliessung Ifang stehe im Budget 2010 mit 1,65 Mio. Franken zu Buche. Nicht zuletzt werde man sich aber damit befassen müssen, wie es mit dem Projekt «Werkhof und Feuerwehrdepot» weitergehe. Die dafür in Anspruch genommene Liegenschaft Bernhauserstrasse 7 genüge heutigen Anforderungen längst nicht mehr.

Im Hinblick auf das Jahr 2011, in dem die neue Thurgauer Bezirkseinteilung Rechtskraft erlangt, gelte es, wichtige Vorarbeiten zu leisten. Dass die Reorganisation der Politischen Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf zum Nachteil gereichen könnte, befürchtet Grau nicht.

«Ich bin überzeugt, dass die Region Bischofszell stark genug ist und wie schon bisher gut zusammenarbeiten wird.»





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