Eine gute Idee allein reicht nicht zum Geschäftserfolg

ROMANSHORN ⋅ 17 Gymnasiasten der Kantonsschule kämpften im Rahmen der Wirtschaftswoche der Industrie- und Handelskammer um die Gunst fiktiver Investoren.
24. April 2017, 07:04
Christof Lampart

Christof Lampart

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Dieses Mal ist alles ein bisschen anders: die Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben – wegen des Ostermontags – einen Tag weniger als ansonsten üblich, um ihre drei fiktiven Uhrenfirmen «Lightwatch», «Timedesign» und «Fairwatch» zuerst zum Laufen und dann rasch in die Gewinnzone zu bringen. Letzteres ist nötig, um Investoren zu finden.

«Wir haben die Zahlen fürs erste Jahr noch nicht zurückerhalten, sind aber zuversichtlich, dass sich unsere Geschäftspolitik auszahlen wird», erklärt die 17-jährige Noemi Lepore aus Egnach, welche für «Fairwatch» die selbstbewusste Kommunikationschefin gibt. Dass dem guten Start noch drei bessere «Jahre» – jeder Tag entspricht einem Geschäftsjahr – folgen werden, sieht sie als selbstverständlich an, denn «am ersten Tag wussten wir einiges noch nicht, doch in der Zwischenzeit haben wir begriffen, dass in der Wirtschaft viele Rädchen ineinandergreifen müssen, damit der Laden läuft», so Lepore.

Jungunternehmerin bricht das Eis

Tatsächlich war der Tag mit vielen Unsicherheiten behaftet, die jedoch nach und nach schwanden. Genauso wie die Hemmungen und Fragen zu ganz bestimmten Themen. Als «Eisbrecherin» fungierte die Thurgauer Jungunternehmerin Rosa-Maria Schildknecht, welche unter dem Namen «Lust2» luststeigernde Guezli nach Rezepten der Hildegard von Bingen (1098 bis 1179) herstellt. Sie erzählte, welche Probleme einem Start-up entstehen können, wenn schon geringe Kosten zum Knackpunkt werden. So wollte sie Geld sparen und Flyer in China drucken lassen. Schildknecht fand dort aber keinen Partner, weil ihnen die Sache zu anrüchig war. Da hiess es wieder zurück auf Feld 1.

Jungunternehmer müssten andere Wege beschreiten als die meisten anderen, sagte dazu Peter Wiedl, der Leiter der Wirtschaftswoche. «Versuchen Sie Ihre Ideen ganzheitlich zu denken», riet Wiedl. Dieses fällt den jungen Machern jedoch nicht einfach, als es darum geht, Ideen für die Sicherung der Altersvorsorge zu präsentieren. Eine Gruppe schlägt vor, durch die Zahlung einer «Kinderprämie» die demografische Entwicklung zu beeinflussen. Eine zweite will allen, die mindestens 130'000 Franken verdienen, die AHV vorerst streichen und erst dann wieder ausbezahlen, wenn sie bis zum Alter von 70 Jahren gearbeitet haben. Am vielversprechendsten ist der Selbstvorsorgeansatz: «Wir wollen, dass jeder nach der Lehre bereits in die AHV und in die zweite Säule einzahlt, damit mehr Geld in die Kasse beziehungsweise aufs eigene Konto kommt», umreisst eine Sprecherin den in der Gruppe gefassten «Help yourself»-Ansatz.

Doch egal, was sein wird – für Elia Zimmermann ist die Wirtschaftswoche ein «riesiger Erfolg», denn «darüber, wie Altersvorsorge heute funktioniert, wusste ich vorher nicht wirklich Bescheid».


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