Ein Überfall mit ungeahnten Folgen

FRASNACHT ⋅ Das Stück «Herr Gottfried und Frau Stutz» ging am Samstag in der Mehrzweckhalle über die Bühne. Für die Theatergruppe Fast war die Premiere ein Erfolg, die Lachmuskeln der Besucher leisteten Schwerarbeit.
20. März 2017, 05:39

Der attraktiv eingerichtete Kiosk in Frasnacht wird überfallen. Es fällt ein Schuss. Nach der Tat bleibt weder eine traumatisierte Inhaberin noch ein Gangster mit einem Mord auf dem Gewissen zurück. In Frasnacht wird wie in den Heiligen Hallen in Mozarts «Zauberflöte» gehandelt. Der Täter Benny Wyser ist kein Bösewicht, und das Opfer Concetta Bonafiglia als Frau Stutz engagiert ihn sogar – für ihren Kiosk, auf den es eine Ladenkette abgesehen hat. Bonafiglia hat viele Gesichter: Sie ist mal scheu, mal charmant, dann wird sie für heldenhaftes Verhalten gebauchpinselt. Niemand hätte ihr zugetraut, dass sie einen verlogenen Rechtsverdreher mit perfekt gespielter Wehrhaftigkeit aus ihrem Heiligtum wuchten würde. Mit den Worten «Gottfriedschtutz, use do», putzt sie ihn ab.

Ihr Gegenspieler, der das Recht vertreten sollte, ist Milo Schuster. Der erfahrene Schauspieler fasziniert mit seiner Mimik. Auf und ab geht es beruflich bei Daniel Zuberbühler als Reporter Gottfried. Er frisiert Wahrheiten nicht nur, er streckt sie wie einen Gummiartikel mit hemmungsloser Fantasie und publiziert sie im «Blitz». Sein echter Schnauz aber ist das schönste Requisit auf der Bühne. Andrea Degani überzeugt als Frau von Welt. Daniela Mannhart trägt als junges Ding mit reizender Verspieltheit viel zum Erfolg der Laienbühne bei. Von der ersten Szene weg nehmen Witz und originelle Passagen das Publikum in der Mehrzweckhalle gefangen. Die Begeisterung der Besucher spornt die sechs Theaterleute an.

Weitere Aufführungen sind am Freitag und Samstag, 24./25. März, um 20 Uhr. (Vorverkauf bei Witzig)

Hedy Züger

arbon@thurgauerzeitung.ch


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