Die Welt trifft sich am Bodensee

ARBON. Ein friedliches Völkergemisch vergnügte sich am Samstag beim Jakob-Züllig-Park am See. Vertreter von zwölf Nationen zeigten mit kulinarischen Spezialitäten, mit Tanz und Musik, was ihre Besonderheiten ausmachen.
01. Juni 2015, 06:54
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Die Luft am See war am Kulturenfest geschwängert mit Düften von Cevapcici bis Kebab, Asiatischem und Grillspezialitäten und Rhythmen aus aller Welt. Da gab es am Stand einen Slibowitz und Reiseprospekte gratis, dort bot jemand ein Probiererli von Reis und Spiessli mit Erdnusssauce an. Anderswo konnten die Besucherinnen und Besucher die kunstvoll geschnitzten Gemüse bewundern.

Von scharf bis süss

Das Nationenfest ist geprägt von den verschiedenen Leckereien der teilnehmenden Länder. An allen Ständen konnte man Häppchen der Spezialitäten auch kaufen und sich so von scharf bis süss, gewürzt, gebraten, frittiert oder gebacken nach Lust und Laune durchessen. An den Ständen der Mütter- und Väterberatung und der Jugendarbeit der Stadt Arbon können Kinder basteln und spielen und Erwachsene informieren sich über soziale Angebote.

Den Nachmittag eröffnete auf der Bühne eine Trachtentanzgruppe mit Mitgliedern aus drei Vereinen der Region. Unter der Leitung von Ernst Frischknecht zeigten sie ein Programm mit Schweizer Folklore aus verschiedenen Kantonen. Typisch schweizerisches Brauchtum mit den landesüblichen Trachten.

Ein starker Kontrast

Dahinter wartete schon eine Gruppe aus der Türkei auf ihren Auftritt. Sie boten einen starken Kontrast zur Schweizer Folklore. Dies in Kleidung, Musik und Tanz. Die Internationale Kindergruppe der Tanzschule S. Vanicek, Gruppen aus Bolivien, Brasilien, Guinea, Indonesien. Kroatien, Kuba, Portugal, Serbien, Sri Lanka, Thailand und der Türkei verbreiteten mit Folklore, Tanz, Hip-Hop, Zumba und Musik viel Überraschendes, das am Bodensee bis in den späten Abend Ferienstimmung verbreitete.

Von Mensch zu Mensch

«Wir leben an diesem Fest nach Schweizer Art Demokratie und Integration. Wir helfen einander und machen alles gemeinsam», erzählt Nada Strasser, die mit ihrer fröhlichen Art mitten im Trubel herumwirbelt. Sie ist die Initiantin des Festes, betont aber, dass das Fest von allen zusammen organisiert wird.

Das Fest dient auch der Vernetzung und den Kontakten unter Landsleuten und zwischen den Nationen und natürlich auch zwischen Einheimischen und Migranten. Die Teilnehmenden kommen teils aus Ortsgruppen, andere aus kantonalen Organisationen oder aus der ganzen Schweiz. Trotz des babylonischen Sprachengewirrs können sich fast alle auf Deutsch verständigen, wenn man sie anspricht. Sprache gehört zum Kulturgut, das gepflegt wird wie die Tänze und Trachten, was nicht daran hindert, sich auch Sprache und Gepflogenheiten unseres Landes zu öffnen.

Die Nationen zeigen sich ausgeprägt am Kulturenfest. Andererseits sind diese nicht wichtig, denn man begegnete sich einfach von Mensch zu Mensch.


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