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Tagblatt Online, 19. Januar 2012 07:10:00

Toma – ein heiteres Ausrufezeichen

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Ergebnis begutachten: Die Schülerinnen hatten an der Entstehung des Kunstprojekts mitgewirkt. (Bild: Hugo Berger)

AMRISWIL. Ein ungewöhnliches gelbes Gefährt mit Krackenarmen wird in den nächsten Jahren da und dort in Amriswil zu sehen sein. Die Amriswiler weihten am Deinstag das «Taxi of Modern Art» mit einem Apéro ein.

HUGO BERGER

Rund 50 Kunstinteressierte scheuten die Kälte nicht und erschienen am Dienstag zur Vernissage des Kunstprojektes Toma (Taxi of Modern Art) vor dem Stadthaus. Herausgeputzt und von Scheinwerfern hell beleuchtet, präsentierte sich der gelbe Chrysler New Yorker mit den Kragarmen den Besucherinnen und Besuchern.

Mit diesem Kunsttaxi, das von Schülern und Handwerkern in den vergangenen Wochen umgebaut wurde, wird der Künstler Hanswalter Graf in den nächsten Jahren überall dort auftauchen, wo Amriswilerinnen und Amriswiler Kunst umsetzen möchten. Anfragen liegen bereits vor. Als eines der ersten Projekte wird der Künstler zusammen mit den Kindergärtlern vom Schulhaus Nordstrasse eine Terrasse verschönern.

Mit der Kunst hinausgehen

«Ich war von der Idee sofort begeistert», sagte Stadtammann Martin Salvisberg. Über Jahre habe die Stadt Amriswil Bilder, Kunstwerke und Fotos in den Gängen und Büros der Stadtverwaltung präsentiert. Vor drei Jahren nun habe die Kulturkommission beschlossen, mit der Kunst hinauszugehen. Mit dem Konzept des Thuner Künstlers Hanswalter Graf erhalte der Slogan «Amriswil – Leben mit Kultur» eine «geradezu ideale Steilvorlage». Dieser Slogan präge die Stadt schon lange. Gemeint sei damit nicht nur die Kunst, sondern auch die Gesprächskultur, wie man miteinander umgehe, diskutiere und politisiere.

Zur Kunst-Sache machen

Brita Polzer, die als Kulturpublizistin in das Projekt involviert ist, informierte die Besucher über die Entstehung des Projekts. Nach einem gründlichen Augenschein vor Ort sei beim Künstler die Idee entstanden, die Kunst mit einem «Taxi of Modern Art» zu den Leuten in Amriswil und den dazugehörigen kleinen Dörfern zu bringen.

«Überall, wo ein produktiver Input vonnöten ist, wo Pfadfinder oder Kaninchenzüchter etwas Besonderes auf die Beine stellen wollen, wird das Toma andocken, mit Rat und Tat zur Seite stehen und die Sache zu einer Kunst-Sache machen.» Diese Kulturleistung bestehe nicht darin, ein einzigartiges Gemälde zu malen oder eine herausragende Skulptur zu gestalten. Der Sinn liege vielmehr darin, dass eine Arbeit entstehe, die über sich selbst hinausweise.

Ereignisse aufwerten

Das Toma sei ein Werkzeug, das an bestimmte Orte und Ereignisse fahre, um sie aufzuwerten. Das Vehikel bewege sich gleichsam als heiteres Ausrufzeichen durch die Stadt, das Lust zum Experimentieren, zum kreativen Schaffen und zum Mitdenken wecke. Zudem mache das Toma alle Beteiligten zu einem Verbund, der sich für das Wohl der Gemeinde einsetze.

Hanswalter Graf strich in seiner kurzen Rede heraus, er sei von den Amriswilern und Amriswilerinnen offen und herzlich empfangen worden und er freue sich auf die Arbeit. Der Künstler arbeitet seit 16 Jahren auf Anfragen von Schulen, Gemeinden und Vereinen an verschiedenen Orten. Stets sind es spezielle Bedürfnisse, wie etwa die Belebung eines Parks oder das Fehlen einer Weihnachtsbeleuchtung, welche die Auftraggeber veranlassen, den Künstler für ein Projekt zu engagieren.

Zum Aufwärmen und zum Smalltalk strömten die Gäste zum Apéro ins Stadthaus. Das Kunstprojekt Toma war dabei nicht das einzige, aber auch ein Gesprächsthema.





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