Mit Kampfgeist viel erreicht

ZIHLSCHLACHT ⋅
12. Oktober 2017, 17:37
Yvonne Aldrovandi-Schläpfer
«Der Apfel prägt mein Leben und der Thurgau ist meine Heimat», sagt Iris Lieberherr mit einem strahlenden Lachen im Gesicht. Die 25-jährige Möbelschreinerin verrät, dass sie bereits seit längerem mit dem Gedanken gespielt habe, sich um das Amt der Thurgauer Apfelkönigin zu bewerben. «Für mein Gotti Katja und Tante Irmgard stand schon lange fest, dass ich eine Apfelkönigin wäre. Die beiden haben mich dann auch angemeldet». Iris Lieberherr staunte nicht schlecht, als sie erfuhr, dass sich mehr als 60 junge Frauen für das Amt der Apfelkönigin beworben hatten. Die junge Thurgauerin hat es dann am Casting ins Finale geschafft. Zusammen mit fünf weiteren Kandidatinnen stellt sie sich als Thurgauer Apfelkönigin 2017/18 an der Olma zur Wahl.
«Ich esse gerne Äpfel – täglich einen oder zwei», erzählt Iris Lieberherr und ergänzt, dass sie am liebsten einen Apfel frisch vom Baum mag. Ihre Lieblingsäpfel seien der Cox Orange und Jonathan. Im Winter bevorzugt sie Jonagold, da diese Sorte sich gut zum Lagern eigne. In der ­Küche findet der Apfel bei der Schreinerin ebenfalls Verwendung. «Ganz besonders schmecken mir Apfelwähe und Apfelkuchen», führt sie aus. Ein schrumpeliger Apfel würde bei der königlichen Kandidatin nie auf dem Kompost landen: daraus kocht sie Apfelmus. In den Genuss ihrer Back- und Kochkünste kommt auch Freund Pius Näf. Mit ihm zusammen bewohnt die junge Frau eine schmucke Wohnung in Zihlschlacht.
Wenn immer es die Zeit erlaubt, ist Iris Lieberherr auf dem elterlichen Bauernhof in Dozwil. Dieser wird inzwischen von ihrer Schwester Petra geführt. Auf dem Landwirtschaftsbetrieb hilft Iris Lieberherr stets bei der Obsternte mit und dies schon seit frühester Kindheit. Früher habe sie auch im Stall beim Melken der Kühe geholfen und zudem in der Küche sowie im Garten Hand angelegt. «Alles habe ich gemacht, was es halt so auf einem Bauernhof zu tun gibt.»
 

Am Bergmarathon die Goldmedaille geholt

Mit dem Kanton Thurgau verbinde sie sehr viel – hier sei sie aufgewachsen und mit dem Umzug nach Zihlschlacht ihrem Heimatkanton treu geblieben. Iris Lieberherr schätzt besonders die Vielfalt an Mostindien: den Bodensee, die unzähligen Apfelbäume entlang der Velo- und Wanderwege sowie die teils hügelige Landschaft. Besonders schön sei der Thurgau im Frühling, dann wenn die Obstbäume blühen. «Es gibt hier noch eine gewisse Freiheit, es ist nicht alles überbaut. Landwirtschaft und Wald bedeuten mir Freiheit.»
Iris Lieberherr beschreibt sich als kontaktfreudig und sehr aktiv. Zudem sei sie eine Kämpfernatur. «Aufgeben gibt es bei mir nicht. Mit meinem Kampfgeist habe ich schon viel erreicht.» Unter Beweis hat sie dies im vergangenen Frühjahr gestellt. Denn beim 25 Kilometer-Bergmarathon in Liechtenstein hat sie die Goldmedaille geholt. Pius Näf findet für seine Freundin nur lobende Worte: «Iris ist aufgestellt, lebensfreudig, liebenswürdig und zielstrebig. Ich würde es ihr von Herzen gönnen, wenn sie ein Jahr lang Repräsentantin des Thurgaus sein könnte.»
Die Thurgauerin freut sich nicht nur auf den Wahltag an der Olma, sie freut sich auch auf das Olma-Kuhrennen. Zum dritten Mal wird sie daran teilnehmen, das erste Mal zusammen mit ihrer Schwester Petra. Mit ihren schnellen Kühen werden die beiden Reiterinnen um den Sieg rennen. «Wir sind schon tüchtig am Trainieren», sagt Iris Lieberherr lachend.
Am 21. Oktober entscheidet eine elfköpfige Jury, bestehend aus einzelnen Sponsoren, wer die neue Apfelkönigin wird. «Ich werde den Moment bestimmt geniessen und das Beste daraus machen. Die Welt würde nicht untergehen, wenn ich nicht gewinne», sagt Iris Lieberherr. Sicher wäre sie ein bisschen enttäuscht. Aber das Wichtigste sei, dass sie es überhaupt unter die sechs Finalistinnen geschafft hat und an der Wahl mitmachen durfte.

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