Mit Schläger und Ball zum Sieg

OBERAACH. Zwei Weltmeistertitel hat er in der Tasche, den dritten strebt er an. Der 13jährige Oberaacher Tinko Schnegg hat sich in der Sportart Racketlon in der Kategorie U13 an die Spitze gesetzt und will nun in der nächsten Altersklasse punkten.
06. September 2014, 10:52
MAYA MUSSILIER

Leidenschaftlich gerne greift Tinko Schnegg aus Oberaach zum Schläger – sei es nun im Badminton, Tennis, Squash oder Tischtennis. Zusammengefasst ergeben die vier Sportarten Racketlon. Und genau darin hat Tinko Schnegg gerade seinen Weltmeister-Titel in der Kategorie U13 mit Erfolg verteidigt. Nicht nur das: in der nächsthöheren Alterskategorie U16 hat er gleich noch den Vize-Meister-Titel erspielt. Das kam selbst für den 13-Jährigen unerwartet.

Hart trainiert für den Titel

Für den Titel hat Tinko Schnegg hart trainiert. «Insgesamt etwa 15 Stunden Sport jede Woche, davon etwa 10 Stunden Racketlon», erzählt er. Nur kurz vor dem Wettbewerb habe er das Training reduziert. Dies, um sich nicht womöglich vor dem Turnier zu verletzen. Besonders gut lief es ihm im Badminton und im Squash. «Badminton gehörte schon immer zu meinen Stärken», sagt Tinko Schnegg. «Squash war bis vor kurzem meine schwächste Disziplin.» Sein Vater Tom Schnegg ergänzt: «Tinkos grösste Stärke ist die, dass er in keiner der vier Sportarten schlecht ist.»

Keine Clubs in der Region

Tinko Schnegg besucht als Sportschüler die Sekundarschule Egelmoos und geniesst dort Gastrecht bei der Volleyballschule. Das heisst, dass er sich zweimal wöchentlich am Training der Volleyballer beteiligen darf. Dies gilt für Tinko Schnegg als polysportives Training.

Zum Racketlon gefunden hat der junge Oberaacher eher zufällig vor gut dreieinhalb Jahren. «Bei einem Tennisturnier hat mir ein Zuschauer Racketlon erklärt und so habe ich es ausprobiert. Ich fand es total cool.» Was Tinko Schnegg besonders gefällt: Da Racketlon vier Sportarten beinhaltet, wird das Training niemals langweilig. Ein Nachteil ist es allerdings, dass es in der Region keine Racketlon-Clubs gibt. Solche Clubs gibt es etwa in Zürich oder in Bern. «Dies macht den organisatorischen Aufwand für Tinko, aber auch für uns grösser», sagt Tom Schnegg, der selbst ein Vollblut-Volleyballer war. Gerne nehmen die Eltern den Mehraufwand für die Fahrten zu Trainings und Turnieren aber in Kauf, um ihrem Sohn in seiner sportlichen Karriere zu unterstützen.

Wenn Sport, dann richtig

Dass sein Sohn sich so intensiv mit Sport beschäftigt, macht den Vater aber nicht nur stolz. «Ich habe mir auch schon Gedanken gemacht, ob es vielleicht an unserer eigenen Freude am Sport liegt», sagt er. Es sei nicht Sinn, dass sich die Kinder zu etwas gedrängt fühlten.

Wenn Tom Schnegg aber an die achtjährige Tochter denkt, kann er die Bedenken guten Gewissens zur Seite schieben. Sie hat keinen Ehrgeiz in dieser Hinsicht. «Bei Tinko war das schon immer anders. Sogar als kleiner Bub beim Kartenspielen. Er wollte immer gewinnen.» Zu seinem Ehrgeiz meint Tinko Schnegg: «Ich bin ein Typ, der sich sagt, wenn ich Sport treibe, dann richtig.» Er brauche den Vergleich mit anderen und die Herausforderung an den Turnieren.


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