Mehr Ausfälle als erwartet

Bei der letztjährigen Weihnachtsbeleuchtung setzten die Technischen Betriebe erstmals auf LED als Leuchtmittel. Doch die neuen Lampen haben sich nicht richtig bewährt. Nun wird nach den Schwachstellen gesucht.
01. Februar 2011, 02:36
Rita Kohn

amriswil. «An manchen Tagen war ich nur noch mit dem Blick nach oben in Amriswil unterwegs», sagt Andreas Aebischer von den Technischen Betrieben Amriswil. Gesucht hat er nach defekten Leuchtkörpern. Denn erstmals waren die Weihnachtssterne mit LED-Birnen ausgestattet. Versprochen hatte man sich davon nicht nur eine spürbare Einsparung beim Stromverbrauch, sondern auch einen deutlich geringeren Unterhalt gegenüber den traditionellen Glühbirnen. Während sich die Erwartungen beim Stromverbrauch erfüllten, wurden sie beim Unterhalt enttäuscht.

«Es gab mehr Ausfälle als erwartet», bedauert Aebischer.

Trotz Langzeittest

Besonders ärgerlich für die Technischen Betriebe: Bevor sie sich für das Leuchtmittel entschieden, haben sie es einem Langzeittest auf dem Dach unterzogen. «Diese Ergebnisse haben uns überzeugt», betont TBA-Leiter Karl Spiess. Zwar zeige sich eine Schwachstelle, die aber war durch die Konstruktion der Sterne und nicht durch die neue Lampe bedingt.

In einer arbeitsintensiven Aktion wurden alle Weihnachtssterne abgedichtet und mit neuen Lampen ausgerüstet. Zunächst schien es, als würde die erste Saison mit neuen Leuchtmitteln problemlos ablaufen. «Dann gab es Anfang Dezember intensiven Regen.» Mit dem Regen hätten die Ausfälle angefangen. «Alle LED-Lampen, die wir auswechseln mussten, hatten Kondenswasser im Innern», erklärt Andreas Aebischer. Deshalb gingen sie derzeit davon aus, dass der Ausfall mit dem Regen zusammenhängt.

Aus kleiner Produktion

Warum aber die Lampen beim Langzeittest nicht dieselben Schwachstellen offenbarten, kann Karl Spiess nur vermuten: «Wir haben für die ersten Tests Lampen aus einer kleinen Produktion bekommen, die für Testzwecke gedacht war.» Als alles in Ordnung schien, sei das Modell für eine Grossproduktion freigegeben worden.

«Ich kann mir vorstellen, dass dort nicht mehr ganz dieselben Materialien verwendet wurden oder dass mit etwas weniger Sorgfalt gearbeitet wurde», so Spiess.

Weitere Testphase

Um die Zahl der Ausfälle in Zukunft tatsächlich zu senken, werden nun weitere Tests gemacht. Dies erneut auf dem TBA-Dach. Doch nun wird der Stern nicht mehr stundenlang am Stück brennen, sondern in einem bestimmten Rhythmus ein- und ausgeschaltet. So könne man das Verhalten der LED-Lampen bei einer realistischen Belastung prüfen.

Andreas Aebischer geht aber davon aus, dass die eigentliche Schwachstelle in einer Materialunverträglichkeit liegt. Es sei möglich, dass die beiden Kunststoffbereiche am Hals der neuen Lampen unterschiedliche Reaktionen zeigen und es deshalb je nach Witterung zu Feuchtigkeitseinschlüssen kommt. Diese wirken sich dann auf die Elektronik aus und verursachen den Ausfall der Lampe. Zusammen mit der Osram wird nun nach Ursachen geforscht. Dazu sind Mitte Februar erste Besprechungstermine angesetzt.

Es liege der Firma viel daran, die Fehler auszumerzen.

Defekte Lampen ausgewechselt

Direkter finanzieller Schaden ist der Stadt Amriswil durch den Ausfall so vieler Lampen nicht erwachsen. Dazu Andreas Aebischer: «Die Firma Osram hat uns alle defekten Lampen ersetzt. Das war schon vorher so ausgehandelt worden.» Allerdings ist der personelle Aufwand für das regelmässige Überprüfen der Beleuchtung sowie das Auswechseln der Lampen nicht eingerechnet.

Bereits jetzt graut es ihm vor dem Herbst, wenn alle Weihnachtssterne zum zweitenmal mit neuen Lampen bestückt werden müssen. Immerhin bedeutet dies, dass 3200 Lampen aus den Fassungen gedreht und neue hineingeschraubt werden müssen.


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