Jetzt ist es höchste Zeit

In der Volksschulgemeinde kommen zwei Kredite über insgesamt 4 Mio. Franken zur Abstimmung. Zihlschlacht soll einen neuen Kindergarten erhalten, das Schulhaus Hoffnungsgut eine neue Heizung.
12. April 2017, 05:18
Georg Stelzner

Georg Stelzner

georg.stelzner@thurgauerzeitung.ch

«Unsere Gemeindeordnung sieht vor, dass bei Beträgen über der Limite von 500000 Franken an der Urne abgestimmt wird», erklärt Schulpräsident Felix Züst. Die beiden aktuellen Kreditanträge erfüllen diese Bedingung. Für den Neubau eines Kindergartens in Zihlschlacht beläuft sich das Kreditbegehren der Schul- behörde auf 3,5 Mio. Franken, für die ökologische Variante der Heizungserneuerung im Bischofs- zeller Schulhaus Hoffnungsgut wären 550000 Franken aufzuwenden. Entscheiden werden die Stimmbürger über die entsprechenden Anträge am 30. April.

Der Schulpräsident gibt zu bedenken, dass die Verhältnisse im Kindergarten an der Hauptstrasse 47 in Zihlschlacht überhaupt nicht mehr zeitgemäss seien und die kantonalen Vorschriften auch nicht mehr eingehalten werden könnten. Das Dorf wachse in den nächsten Jahren, und man rechne mit über 30 Kindern im Kindergarten. Nach Ansicht der Schulbehörde bestehe somit dringender Handlungsbedarf.

Ein zeitgemässes, aber unauffälliges Gebäude

Der geplante Neubau in unmittelbarer Nähe der Primarschulanlage soll in Holzbauweise errichtet werden. Die Nachhaltigkeit ist einerseits durch den gewählten Werkstoff, andererseits durch das gesetzlich vorgeschriebene Minergielabel gewährleistet. Roger Rohner, Liegenschaftenverwalter der Volksschulgemeinde Bischofszell, findet anerkennende Worte für das Projekt: «Das schlichte Gebäude mit dem ­Satteldach fügt sich sehr gut ins Ortsbild ein.» Konstruktion und Farbgebung orientierten sich an der regionalen Bauweise.

Das Gebäude soll auch dazu genutzt werden, um akute Raumprobleme im Schulhaus zu lösen. So könnte etwa die Bibliothek integriert werden. Zudem wäre es möglich, so Züst, im neuen Kindergarten auch die dringend benötigten Räume für die Logopädie und die Schulsozialarbeit zur Verfügung zu stellen. Im Untergeschoss ist nach den Worten des Schulpräsidenten ein öffentlicher Schutzraum für 200 Personen vorgesehen. Da solche Einrichtungen der Kanton finanziert, würden sich die Gesamtkosten um 450000 Franken auf 3,5 Mio. Franken reduzieren. Bei einem optimalen Verlauf der Arbeiten kann laut Rohner davon ausgegangen werden, dass der neue Kindergarten Ende 2018 oder Anfang 2019 bezugsbereit ist.

Für den Ersatz der Öl-/Gas-Heizung, die Sanierung sanitärer Installationen und die Behebung von Feuchtschäden im Schulhaus Hoffnungsgut hat die Gemeindeversammlung am 8. Dezember 230000 Franken bewilligt. Gestützt auf das Leitbild, das einen ökologischen Umgang mit Ressourcen fordert, schlägt die Behörde nun – wie 2016 angekündigt – eine umweltverträglichere Variante in Form einer Feuerungsanlage mit Qualitätsholzschnitzeln vor. Durch den Einbau einer solchen Heizung würden pro Jahr 50 Tonnen weniger Kohlenstoffdioxid in die Atmosphäre abgegeben. Die Kosten erhöhten sich aber um 270000 Franken. Die Schulgemeinde könnte mit einem Kantonsbeitrag in Höhe von 50000 Franken rechnen.