Entscheid zwischen Grün und Gelb

ERLEN ⋅ Die Feuerwehr Erlen plant die Anschaffung einer mobilen Wassersperre. Am Donnerstagabend wurde deren Einsatz demonstriert. Auch andere Feuerwehrkorps aus dem Thurgau sind interessiert und waren ebenfalls vor Ort.
12. März 2016, 10:51
MANUEL NAGEL

ERLEN. Man merkt es Ruedi Jungen an. Der Kandertaler ist immer noch Feuerwehrmann mit Leib und Seele, «auch wenn sie einen nicht mehr dabei haben wollen, sobald man graue Haare hat». Er sagt es lachend und ohne Verbitterung, und er lupft dabei zum Beweis seine Mütze. Nun vertreibe er halt diese Wassersperren, damit er auch nach wie vor bei den Feuerwehren vorbeischauen könne.

Gäste aus dem Hinterthurgau

Nebst Jungen sind an diesem Abend aber auch noch über ein Dutzend aktive Brandbekämpfer nach Erlen gekommen. Mitglieder der Feuerwehren Wuppenau und Wängi sind ebenso da wie aus Birwinken und Hefenhofen-Sommeri. Letztere pflegen mit der Feuerwehr Erlen eine enge Zusammenarbeit, führen auch gemeinsame Übungen durch.

So packen sie auch jetzt zusammen mit an, um die Wassersperre in der Aach zu plazieren, die unmittelbar neben dem Erler Feuerwehrdepot vorbeifliesst.

Zwei Sekunden auf einem Bein

Ziel der Übung ist es, den ersten der drei heute vorzustellenden Verwendungszwecke zu demonstrieren. Ein Bach führt zu wenig Wasser, um mit der Motorspritze anzusaugen, wie Jungen mit seinem Berner Dialekt erklärt. Anschaulich zeigt er auch, ob die Fliessgeschwindigkeit des Gewässers nicht zu stark ist.

«Ich will euch keine mathematischen Formeln erzählen. Wir sind ja alles Praktiker. Wenn ihr im Bach auf einem Bein zwei Sekunden, ohne dass es euch mitreisst, stehen könnt, dann kann man die Sperre einsetzen.»

Erler Feuerwehr auf YouTube

Derweil filmt Jungens Partnerin die Übung, um sie hinterher auf dessen YouTube-Kanal zu stellen. Er weist selbstverständlich auch auf die Vorzüge seines gelben Produktes gegenüber der grünen Konkurrenz hin. Diese grüne Sperre sei bei den Amriswilern in Gebrauch, weiss der Erler Kommandant Roger Näf. Es sei auch jenes Produkt, welches bei den Offizierskursen gezeigt und propagiert werde.

Auch für Tiefgaragen geeignet

Nur ein paar Minuten später ist die Aach gestaut und Jungen zeigt eine weitere Einsatzmöglichkeit. Er öffnet hinter der Sperre mehrere Klettverschlüsse, unten lässt er das saubere Wasser kontrolliert ausfliessen (siehe Bild), während vor der Sperre das auf der Oberfläche schwimmende Öl nun abgepumpt werden könnte. So gelangt das verunreinigte Wasser nicht weiter.

Nach einer weiteren Demonstration, wie eine Tiefgarage vor Hochwasser geschützt wird, kehren die Feuerwehrleute heim. «Nun werden wir uns untereinander beraten und dann entscheiden», zieht Kommandant Näf Bilanz. Es wird ein Entscheid zwischen Grün und Gelb.


Leserkommentare

Anzeige: