Eine Million besser als erwartet

AMRISWIL ⋅ Die Rechnung der Stadt schliesst mit einem Überschuss. Grund dafür sei vor allem ein einzelner Steuerzahler. Jetzt will die Stadt Verwaltungsvermögen abschreiben.
21. April 2017, 08:05
Rita Kohn
Mit diesem Ergebnis hat die Stadt Amriswil nicht gerechnet. Die Rechnung 2016 weist nicht etwa einen Verlust von mehreren hunderttausend Franken aus, sie schliesst mit einem soliden Überschuss von über 365000 Franken. «Es ist immer schöner, wenn es besser herauskommt als budgetiert», sagt Stadtpräsident Martin Salvisberg bei der Präsentation der Zahlen mit einem zufriedenen Lächeln. In Amriswil ist es wesentlich besser herausgekommen. Denn bei der Budgetierung war man noch von einem Minus von 847000 Franken ausgegangen.

Es gebe mehrere Faktoren, die zum besseren Ergebnis geführt hätten, erklärt der Stadtpräsident. Einer der wesentlichsten sei jedoch der Steuereingang, der auf eine einzige natürliche Person zurückzuführen sei. Mehr könne dazu nicht gesagt werden. Die ungewöhnliche Situation ist auch spürbar bei der Aufsplittung des Steuereingangs zwischen natürlichen und juristischen Personen. «Der Anteil der natürlichen Personen am Steueraufkommen hat sich spürbar erhöht», sagt Finanzverwalter Thomas Grimm. Er hätte nicht gedacht, dass dies so deutlich sichtbar sein würde.
Mehr Einnahmen  als budgetiert gab es auch beim kantonalen Finanzausgleich. Da ging die Stadt davon aus, dass ein Sockelbeitrag von 30 Franken pro Einwohner in der Ausgleichssumme enthalten ist. «Er wird aber separat ausgewiesen, was zu einer Erhöhung der budgetierten Einnahmen um 485000 Franken geführt hat. Insgesamt liegt der Ertrag 2016 rund zwei Millionen Franken über dem Budget, der Aufwand liegt um rund 743000 Franken höher.

Nach wie vor steigend sind die Netto-Fürsorgeaufwendungen. Hier dürfe keine Entspannung erwartet werden, sagt Thomas Grimm.  Davon, dass die Zahlen über Budget, aber unter denen des Vorjahres ausgefallen sind, dürfe man sich nicht täuschen lassen. Unter anderem sind sie tiefer, weil Reserven von 300000 Franken aufgelöst wurden. Nach dem neuen Rechnungsmodell, das ab dem Jahr 2018 zur Anwendung kommt, dürfen solche Reserven nicht mehr existieren.

Das neue Rechnungsmodell führt denn auch zur beantragten Verwendung des Überschusses.  Es sei von Vorteil, wenn vor Einführung des Rechnungsmodells möglichst viel vom Verwaltungsvermögen abgeschrieben werden könne. «Aus diesem Grund möchte der Stadtrat den Ertragsüberschuss vollumfänglich für zusätzliche Abschreibungen bei den Kantons- und Gemeindestrassen verwenden», heisst es in der Abstimmungsbotschaft.

Die Stimmberechtigten der Stadt Amriswil werden am 21. Mai an der Urne über die Rechnung 2016 und die Gewinnverwendung abstimmen. 

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