Dieser Abfall hat es in sich

ZIHLSCHLACHT. Als eine der ersten Gemeinden im Thurgau nimmt Zihlschlacht-Sitterdorf eine Sammelstelle für Kunststoff in Betrieb. Am Energietag vom nächsten Samstag erhält die Bevölkerung Informationen über das Recycling dieses Wertstoffs.
30. April 2015, 07:29
GEORG STELZNER

«Mit dem Energietag möchten wir die Einwohner zu einem sinnvollen und nachhaltigen Umgang mit der Energie animieren», erklärt Heidi Grau, Gemeindeammann von Zihlschlacht-Sitterdorf. Es gehe nicht darum, den Leuten etwas zu verbieten. Vielmehr wolle man sie für die Problematik sensibilisieren und das Bewusstsein für einen verantwortungsvollen Umgang mit Energie schärfen. Dies seien denn auch die wichtigsten Zielsetzungen der Veranstaltung vom 2. Mai.

Wichtiger Wertstoff

Aus dem grossen Angebot an Themen und Aktivitäten, welche den Besuchern am Energietag vom nächsten Samstag geboten werden, sticht die Einrichtung einer Sammelstelle für Kunststoff hervor. Die Gemeinde Zihlschlacht-Sitterdorf gehöre diesbezüglich zu den Pionieren, stellt Heidi Grau mit leisem Stolz fest. «Kunststoff ist nicht einfach nur Abfall, sondern ein wichtiger Wertstoff», führt das Gemeindeoberhaupt weiter aus. Es solle verhindert werden, dass Ursprungsstoffe wie zum Beispiel Erdöl für immer verlorengehen, wie dies bei der herkömmlichen Kehrichtentsorgung, sprich der Verbrennung, der Fall sei.

Granulat für Industrie

Gebrauchte Verpackungen und Behältnisse aus Kunststoff können künftig in speziellen Säcken in einem Container beim Werkhof deponiert werden. Von dort werden sie zur Firma InnoRecycling in Eschlikon gebracht, die das angelieferte Sammelgut verarbeitet und das entstandene Granulat an die Industrie zur Wiederverwendung abgibt.

Derzeit werden in der Schweiz noch über 80 Prozent aller Kunststoffe verbrannt. Wie problematisch dies ist, belegen die folgenden Zahlen: 1 Kilogramm verbrannter Kunststoff erzeugt 2,8 Kilogramm schädliches CO2, und mit 1 Kilogramm recyceltem Kunststoff lassen sich bis zu 3 Liter Erdöl einsparen. Auch in ökonomischer Hinsicht ist das Kunststoffrecycling sinnvoll, ist es doch um 20 Prozent günstiger als die Kehrichtverbrennung.

Heidi Grau räumt ein, dass die Trennung des Kunststoffs vom übrigen Abfall einen zeitlichen Mehraufwand zur Folge hat. Sie gibt aber zu bedenken, dass der Sack für Kunststoffabfälle billiger ist als der normale Kehrichtsack, womit auch ein finanzieller Anreiz gegeben sein sollte. Heidi Grau ist zuversichtlich, dass das neue Angebot Anklang finden wird. Sitterdorf werde an der Langäckerstrasse, wo eine weitere Wertstoffsammelstelle geplant sei, ebenfalls eine Sammelstelle für Kunststoff erhalten.


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