Die Grundidee ist geblieben

AMRISWIL ⋅ Am Dienstagabend wurde nicht nur der Bassist im Pentorama-Kreisel mit einem kleinen Festakt willkommen geheissen, es war zugleich auch der Schlussstrich unter das Kunstprojekt ToMA.
30. März 2017, 07:58
Manuel Nagel

Manuel Nagel

manuel.nagel@thurgauerzeitung.ch

«Wir haben viel über ihn geredet, wir haben viel über ihn geschrieben, wir haben über ihn geschimpft und auch über ihn gelacht», sprach Madeleine Rickenbach ins Mikrofon. Er, das ist der wohl derzeit berühmteste Amriswiler, der zehn Meter grosse Bassist im Pentorama-Kreisel. Er sei nun Amriswils grösstes kulturelles Wahrzeichen, sagte die Stadträtin zu den über hundert Zuhörern auf dem Pentorama-Vorplatz.

Die Stadt lud die Bevölkerung zur Vernissage des Kreisel-Bassisten ein – doch die liess sich nur in kleiner Anzahl blicken. Die meisten Anwesenden waren Vertreter der politischen Parteien, Exponenten der Schule, Gewerbetreibende und Leute aus der Kunstszene. Das war schade, denn der offizielle Teil der Vernissage war bewusst schlank gehalten. Die Reden Madeleine Rickenbachs, des Künstlers Lukas Fleischer und des ToMA-Projektleiters Hanswalter Graf waren sowohl kurz als auch kurzweilig. Und das musikalische Intermezzo eines – was denn sonst – Bassisten, das war nicht nur passend, ja es war sogar hochklassig. Der im Rheintal wohnhafte Francisco Obieta unterhielt die Gäste mit zwei Stücken, bei denen sich der Professor für Kontrabass und Kammermusik mittels Loop-Gerät gleich selber begleitete. Er nahm sich auf, liess die zuvor gemachte Aufnahme abspielen und spielte dazu eine andere Tonspur.

Kunstprojekt ToMA endet nach fünf Jahren

Bevor es zum lockeren Apéro mit Mineral, Wein und Pizzastücken überging, richteten auch die massgebenden Künstler des Bassisten ein paar Worte ans Publikum. Hanswalter Graf erinnerte daran, die ursprüngliche Idee dieser Kreiselkunst sei gewesen, lokalen und regionalen Künstlern eine zeitlich beschränkte Plattform zu geben, ihre Kunst im öffentlichen Raum zu zeigen. Diese Grundidee wurde nun auch umgesetzt. Graf verglich die zu Beginn geplanten und zu bespielenden Stelen mit einer leeren Kinoleinwand: Die Leute hätten sich schon beklagt, bevor der Film überhaupt anfing.

Der gebürtige Amriswiler Fotograf Lukas Fleischer bekam als Erster die Möglichkeit, mit seiner «Digital Photo Art», wie er seine Kunstrichtung bezeichnet, diese Fläche zu bespielen. Es sei schön, dass es eine Vergänglichkeitskunst und -idee sei, so dass auch andere die Möglichkeit hätten, ihre Ideen weiter zu tragen.

Mit dem zweiten Kreisel endet nun auch das Kunstprojekt ToMA nach fünf Jahren. Falls also noch eine dritte Kreiselfigur geplant sei, so habe er dann nichts mehr damit zu tun, meinte Hanswalter Graf lachend.


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