«Das ist eine Frage der Zukunft»

Die Grünen-Nationalrätin Maya Graf setzt sich in ihrer 1.-August-Rede in Schocherswil mit dem Thema «grünes Wirtschaften» auseinander. Sie ist überzeugt, dass die Schweiz eine Vorreiterrolle einnehmen kann.
02. August 2014, 07:41
MAYA MUSSILIER

SCHOCHERSWIL. Die Grünen-Nationalrätin Maya Graf aus Sissach hat nicht lange überlegen müssen, als ihr die Einladung der Freien Gruppe Amriswil ins Haus geflattert ist. «Nur zu gerne wäre ich schon im letzten Jahr in den Thurgau gekommen, als Nationalratspräsidentin war ich aber an so vielen Orten», sagt die Baselbieterin. Der Thurgau sei ein Kanton, der viel Wert auf Nachhaltigkeit lege und Amriswil gefalle ihr, weil es eine Energiestadt sei und die 2000-Watt-Gesellschaft anstrebe. Keine Frage, die Referentin an der Amriswiler Bundesfeier hat damit die Zuhörer auf ihrer Seite.

Welches Wachstum ist richtig?

Beeindruckt zeigt sich Maya Graf von der Landschaft, die sie auf ihrer Anreise per Zug und Velo gesehen hat, aber auch von der Gemeindestruktur. «Das könnte für uns Baselbieter ein Vorbild sein», findet sie. «Kleine Gemeinden könnten fusionieren und wie hier in Amriswil den Zusammenhalt pflegen.»

Als Thema ihrer Rede bringt die Nationalrätin die Frage nach dem Wachstum mit. 0,7 Quadratmeter würden pro Sekunde durch Bauten versiegelt. Man müsse sich überlegen, ob man weiterhin ein quantitatives oder ein qualitatives Wachstum anstreben wolle. «Oder wäre es sogar notwendig, gar nicht mehr zu wachsen, im Hinblick auf unsere Nachkommen?» Maya Graf gibt zu bedenken, dass zurzeit der Gesamtkonsum der Schweiz drei Erden entspreche. «Wir leben total über unseren Verhältnissen», sagt sie.

Weg von der Abfallgesellschaft

Zu denken gibt Maya Graf auch die Verwendung von Lebensmitteln. Ein Drittel der in der Schweiz wachsenden Lebensmittel würden gar nie den Weg auf den Tisch finden. «Das grüne Wirtschaften ist eine Frage der Zukunft, und das nicht nur in der Schweiz», betont Maya Graf «Wir sollten uns von einer Abfall- zu einer Wiederverwertungsgesellschaft wandeln», appelliert sie. Die Schweiz könne der Welt zeigen, wie es gehe, zu einer grünen Nation zu werden. «Wir haben das Wissen, die Technologie und den nötigen Reichtum», sagt sie. Ihr Wunsch zum 1. August: «Die Schweiz soll eine Vorbildfunktion einnehmen und ein Land sein, auf das die Bürger stolz sein können.

Die Amriswiler sind stolz

Die Worte der Referentin verhallen nicht ungehört. Begleitet von der Stadtharmonie Amriswil singen die Besucher stolz die Nationalhymne und noch enthusiastischer das Thurgauer Lied. Lüpfig leitet dann das Akkordeon-Duo Keller-Venzin ins Abendprogramm über, welches von der Solojodlerin Ruth Felix und der Tanzschule Gaby Sax mitgestaltet wird.


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