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Tagblatt Online, 18. Februar 2012 10:54:00

Naturpark im Spannungsfeld zwischen Wirtschaft und Naturschutz

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Walter Fischbacher, Gemeindepräsident Hemberg (links), und der Projektleiter des Regionalen Naturparks Gantrisch Andreas Bernasconi tauschen sich über Sinn und Nutzen eines Naturparks aus. (Bild: Adi Lippuner)

HEMBERG. Im Neckertal wird, wenn es um den geplanten Naturpark geht, gerne über den Tellerrand hinaus geschaut. So auch an der Generalversammlung des St. Galler Forstvereins, an der über den bestehenden Park in Gantrisch informiert wurde.

ADI LIPPUNER

In der Schweiz gibt es rund 20 Pärke, welche entweder ihr Label bereits erreicht haben oder in Vorbereitung auf die Auszeichnung sind. Seit anfangs 2012 gehört der Regionale Naturpark (RNP) Gantrisch zu denen, die die Hürde geschafft haben. Andreas Bernasconi, er war Projektleiter des ehrgeizigen Vorhabens, gab am Donnerstag im Rahmen der Generalversammlung des St. Galler Forstvereins Einblick in dessen Entstehungsgeschichte und das bisher Erreichte.

Parallelen diskutiert

Der RNP Gantrisch ist 401 Quadratkilometer gross und liegt im Dreieck zwischen Bern, Thun und Freiburg. Alle 26 beteiligten Gemeinden stimmten dem Vorhaben zu, wenn auch teilweise äusserst knapp. Massgeblich an der Schaffung des Parks sei die «Holzkammer», ein Netzwerk im Bereich Wald- und Holzwirtschaft beteiligt gewesen. Das Bergrennen am Gurnigel – einem Gebiet im RNP Gantrisch – hat Tradition. In Hemberg soll das früher erfolgreich durchgeführte Bergrennen wieder aufleben. Gemeindepräsident Walter Fischbacher nutzte die Gelegenheit, um dies zur Sprache zu bringen. «Passen ein Bergrennen und die Idee eines Naturparks zusammen?» Diese Frage höre er immer wieder. Andreas Bernasconi: «Nicht jede Aktivität in einem Naturpark muss dem Naturschutz entsprechen. Der Park hat zwar klar formulierte Ziele, aber auch keine Vorbehalte gegen die bei uns seit langem gepflegte Tradition des Bergrennens. Wir haben in unserem Gebiet auch einen Flugplatz. Als Park stehen wir immer zwischen den beiden Polen von Naturschutz und Wirtschaft.»

Eine Vermarktungsorganisation

Für den Wildhauser Revierförster Richard Tobler ist der Naturpark eine reine Vermarktungsorganisation. Dieser Aussage hielt Andreas Bernasconi entgegen: «Jeder Park bringt Wertschöpfung in die Region und diese ist teilweise auch mit Vermarktung verbunden.» Wichtig sei aber auch die Förderung der Landschaft.

Zudem verwies Andreas Bernasconi auf die Erfolge in der Produktevermarktung. Bekannteste Spezialität im RNP Gantrisch ist die «Belper Knolle», eine Käsespezialität, welche von Feinschmeckern in der ganzen Schweiz geschätzt wird. Mit einer neuen Verpackung aus Holz und einem passenden Hobel, um den Käse fein zu schneiden, wurde das Produkt aufgewertet. Andreas Bernasconi: «Ich bin ganz sicher, der Park ist eine Chance, bereits bis heute wurde viel bewirkt und es gibt auch eine gute Zusammenarbeit zwischen den verschiedenen Akteuren.»

Die Mehrheit stand dahinter

Auf die Frage, wie sich die früheren Skeptiker heute verhalten, erklärte Andreas Bernasconi: «Wir hatten von Anfang an eine gute Basis, es gab zahlreiche Bäuerinnen, die ihre Produkte vermarkten konnten. Zudem bestand auch im Bereich Kunst eine Vernetzung.» Dies habe dazu geführt, dass die Mehrheit der Bevölkerung hinter der Idee stand.





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