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Tagblatt Online, 21. Februar 2012 01:07:00

Toggenburger im Theater vereint

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Sie organisieren und finanzieren den «Sommernacht-Traum»: Hinten von links Christian Spoerlé (Präsident Kultur Toggenburg), Bruno Sutter (Präsident Chössi-Theater), Fritz Schiess (Mitinhaber Fritz Schiess AG), Martin Gauer (Rektor Kanti Wattwil), Livio Pagelli (Marketing), Martin Sailer (Zeltainer), unten von links Priska Aerne (Gastronomie), Edgar Sterzing (Kraftwerk Club), Bruno Brugger (Clientis Bank Toggenburg), Andreas Bösch (Toggenburg Medien), Peter Ledergerber (Finanzen). (Bild: Hansruedi Kugler)

WATTWIL. Am 31. Mai ist Premiere von «Sommernacht-Traum». Für das Freilicht-Theater in und rund um das Kraftwerk in Krummenau arbeiten das Chössi-Theater, die Kanti Wattwil, der Kraftwerk Club und der Zeltainer zusammen. Gestern stellten die Organisatoren das Konzept vor.

HANSRUEDI KUGLER

Eines ist schon heute klar: Der «Sommernacht-Traum» frei nach Shakespeare wird eine der aufwendigsten Toggenburger Kulturprojekte. Das Budget für die zwölf Aufführungen beträgt mit 230 000 Franken mehr als doppelt so viel wie für «bon voyage», die letztjährige Eigenproduktion des Chössi-Theaters. Nun aber spannt das Chössi-Theater mit der Kanti Wattwil, dem Kraftwerk Club und dem Zeltainer zusammen. Falls alle Aufführungen ausverkauft sind, werden 2400 Besucher die Toggenburger Theater-Eigenproduktion gesehen haben. Das wäre ein Startschuss für weitere Grossprojekte – diese Vision teilen die Organisatoren des «Sommernacht-Traum».

Ziel ist Begabtenförderung

Das Chössi-Theater will jedes Jahr eine Freilicht-Eigenproduktion auf die Beine stellen, alle zwei Jahre wechselt die Regie. 2012 und 2013 ist Barbara Bucher am Zug, die gleichzeitig einen Lehrauftrag für Theaterarbeit an der Kanti Wattwil hat und letztes Jahr mit Kantischülern das Musical «Grease» auf die Bühne gebracht hat. Kanti-Rektor Martin Gauer sieht in den Kanti-Theaterkursen vor allem Begabungsförderung. Im musikalischen Bereich hat die Kanti Wattwil damit schon Erfolg. Das Jugendorchester «Il mosaico» und die Kanti Bigband belegen das mit mehreren Auszeichnungen. Solche kulturellen «Leuchttürme» seien nur machbar, wenn man neben den engagierten Leuten eine gute Vernetzung habe, meint Martin Gauer. Bei der Musik arbeite die Kanti mit der Musikschule Toggenburg zusammen, im Theater nun folgerichtig mit dem Chössi-Theater.

Hoher technischer Aufwand

Im «Sommernacht-Traum» stehen deshalb das Chössi-Ensemble und die Kanti-Schüler zusammen auf der Bühne. Kanti Wattwil und Chössi-Theater teilen sich denn auch den Lohn der Regisseurin für den «Sommernacht-Traum». Dass diese Eigenproduktion 230 000 Franken kosten wird, hat vor allem mit dem grossen technischen Aufwand zu tun, der für Bühne, Licht und Ton neben dem Kraftwerk-Wasserfall nötig ist. Die grössten Budgetposten sind die Technik mit 70 000 Franken sowie Regie, Choreographie, Musik-, Licht- und Tonkonzept und Kostüme mit 62 000 Franken. Das Budget sei aber unter Dach, sagt Finanzchef Peter Ledergerber: 40 000 Franken kommen vom Lotteriefonds, 8000 Franken von Kultur Toggenburg. Die Eigenleistungen von Chössi-Theater, Kraftwerk und Kanti rechnet Peter Ledergerber mit 43 000 Franken, 98 000 Franken sollen aus Eintritten (Ticketpreis 38 Franken) und aus der Gastronomie erwirtschaftet werden. Verpflegung wird es an drei Orten geben, und alle sind von einem Thema des Theaterstücks inspiriert: Die Feenbeiz des Chössi-Teams, die Handwerkertaverne des Zeltainer mit Martin Sailer, die Liebeslaube des Kraftwerks.

Warum Sponsoren unterstützen

Für das kulturelle Toggenburger Grossprojekt «Sommernacht–Traum» hat das Chössi-Theater seine bewährten Sponsoren mitgebracht. Warum? Die Toggenburg Medien hätten wie das Chössi-Theater die regionale Identität als Ziel, meint Andreas Bösch. Fritz Schiess unterstützt seit vielen Jahren Toggenburger Kulturprojekte und vermietet das ehemalige Hotel Bahnhalle, das in den 1960er-Jahren als Unterkunft für Schiess-Gastarbeiter diente, dem Chössi-Theater seit Jahren zu einem stark ermässigten Mietzins. Und Bruno Brugger von der Clientis Bank Toggenburg, die erst seit knapp zwei Jahren eine Filiale in Wattwil hat, begründet sein Engagement mit dem Charme des Chössi-Theaters als kulturelle Institution.





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