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Tagblatt Online, 17. Februar 2012 01:06:00

Lichtensteig steigt wieder bei den Sozialen Fachstellen Toggenburg ein

Vor drei Jahren hat Lichtensteig den Vertrag mit den Sozialen Fachstellen Toggenburg gekündigt. Auf den 1. März kehrt das Städtli wieder zurück. Der Anlass: Die Kündigung des Lichtensteiger Sozialarbeiters und die Schaffung der regionalen Kinder- und Erwachsenen-Schutzbehörde.

HANSRUEDI KUGLER

LICHTENSTEIG. Die Sozialen Fachstellen organisieren als Verein die Sozialberatung für die Einwohner der Toggenburger Gemeinden. Als vor drei Jahren Lichtensteig und Wattwil aus dem Verein Soziale Fachstellen austraten, war die Aufregung gross. Von fehlender Solidarität war die Rede. Die beiden Gemeinden argumentierten im Gegenzug, eigene Sozialarbeiter hätten durch die grössere Nähe zur Bevölkerung eine bessere Wirkung. Ab 1. März kauft die Gemeinde Lichtensteig nun wieder alle Dienstleistungen für Sozialberatungen beim regionalen Verein «Soziale Fachstellen Toggenburg» ein. So werden also auch die Lichtensteiger wieder zur Sozialberatung, Budgetberatung, Erziehungsberatung oder Suchtberatung an die Wattwiler Bahnhofstrasse gehen. Damit endet eine dreijährige Phase, in der Lichtensteig Sozialhilfe und Sozialberatung mit eigenen Angestellten betrieben hat. Die finanzielle Sozialhilfe und die Amtsvormundschaft bleiben aber im Lichtensteiger Rathaus.

Schwellenangst im Rathaus

Dies haben Stadtpräsident Roger Hochreutener und Gemeinderätin Susanne Weber am Mittwoch an der Hauptversammlung des Elternvereins Lichtensteig bekanntgegeben. Deren Präsidentin Romy Elmer hatte die Gemeindevertreter zum Gespräch gebeten, um das Problem der Schwellenangst anzusprechen. Wenn man auf dem Weg zum Sozialberater dem Stadtpräsidenten über den Weg laufe, sei das für bestimmte Leute unangenehm, meinte Romy Elmer.

«Die räumliche Nähe ist zwar ein Handicap», räumte Roger Hochreutener ein. Aber erstens sei der Lichtensteiger Sozialarbeiter ein sehr guter Psychologe und war im Städtli weitherum beliebt. Zweitens sei immer klar getrennt worden zwischen finanzieller Sozialhilfe und Beratung. Und die enge Begleitung habe Erfolge erzielt: In den letzten drei Jahren hätten dadurch einige vormundschaftliche Massnahmen rechtzeitig verhindert werden können, argumentiert Roger Hochreutener.

Kostengünstiger für Gemeinde

Die Übernahme der Sozialberatung durch gemeindeeigene Sozialarbeiter sei auch keine Sparmassnahme gewesen. Im Gegenteil, dies habe zu Mehrkosten von jährlich 30 000 Franken geführt. Als der Lichtensteiger Sozialarbeiter im letzten Jahr krankheitshalber ausfiel, wurde eine Stellvertreterin mit befristetem Arbeitsvertrag angestellt. Zusammen mit einer Praktikantin übernahm sie die Sozialberatungen. Die Kündigung durch den bisherigen Sozialarbeiter habe den Gemeinderat aber zu einer Lageanalyse veranlasst, so Stadtpräsident Roger Hochreutener. Weil im nächsten Jahr die regionale Kinder- und Erwachsenenschutzbehörde (KES) in Bütschwil ihren Betrieb aufnehme, würden sich nämlich die Aufgaben der lokalen Sozialberatung reduzieren. Die KES ist das interdisziplinär zusammengesetzte Entscheidgremium für vormundschaftliche Massnahmen.

Der Lichtensteiger Gemeinderat sei in der Analyse zur Auffassung gelangt, dass die Sozialen Fachstellen nun besser geführt werden. Deshalb wolle man sich wieder den Fachstellen anschliessen. Die Lichtensteiger Praktikantin bei der Sozialberatung werde künftig bei den Sozialen Fachstellen arbeiten.





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